Sommerzeit - Reisezeit - Zeckenzeit
Mit Beginn der Warmwetterperiode - besonders nach diesem milden Winter 2006/2007 - und der Ferien- und Reisezeit sind immer wieder die Zecken und die von ihnen übertragenen Krankheiten ein wichtiges Thema.
Zecken, auch "gemeine Holzböcke" genannt, sind Spinnentiere (acht Beine!) die Säugetiere und Menschen parasitär befallen und Blut saugen. Der Einstich wird nicht bemerkt, da der Speichel der Zecken betäubende Substanzen erhält. Sie beherbergen allerdings verschiedene Krankheitserreger (Viren und Bakterien), die sie beim Blutsaugen übertragen. In Deutschland übertragen Zecken vor allem die Borreliose und die Hirnhautentzündung FSME. Nach Schätzungen erkranken jedes Jahr in Deutschland ca. 30.000 - 60.000 Menschen an Borreliose; bis zu 35 Prozent der geschlechtsreifen Zecken sind mit Borrelien infiziert. Im Jahr 2006 sind 546 Erkrankungsfälle an FSME gemeldet worden, vor allem aus den FSME- Risikogebieten im Süden Deutschlands.
Bei der Borreliose kommt es in der Regel (nicht immer) bis vier Wochen nach dem Einstich an der Einstichstelle zur sog. Wanderröte (Erythema migrans). Später können andere Organe betroffen sein und es kann zur Hirnhautentzündung kommen. Monate bis Jahre danach kann sich auch eine chronische Arthritis entwickeln.
Bei der FSME ist bis drei Wochen nach dem Einstich mit grippeähnlichen Symptomen, einer "Sommergrippe" zu rechnen und in einer nächsten Phase kann sich die bekannte Hirnhautentzündung entwickeln, wobei bei ca. zehn Prozent mit bleibenden Schäden zu rechnen ist.
Allgemeine präventive Maßnahmen:
Grundlage der Prävention sind Information und Aufklärung über die Risiken der Übertragung und vorbeugende Maßnahmen. Die Gefahr von Zecken befallen zu werden, besteht bei Freilandaufenthalten mit Kontakt zu bodennahen Pflanzen (hohes Gras, Kraut, Farne, Strauchwerk). Kleidung, die möglichst viel Körperoberfläche bedeckt (z. B. lange Hosen, langärmelige Hemden und festes Schuhwerk), reduziert das Risiko eines Zeckenbefalls erheblich. Mückenschutzmittel wirken in gewissem Umfang auch gegen Zecken; nach etwa zwei Stunden lässt ihre Wirkung allerdings nach.
Nach Aufenthalten in Gebieten mit potenziellem Zeckenvorkommen sollte der Körper (vor allem auch bei Kindern) sorgfältig nach Zecken abgesucht werden. Insbesondere bei Kindern können die Zecken am Haaransatz sitzen.
Einen gewissen Schutz vor der Borreliose ist gegeben, wenn Zecken frühzeitig gesehen und entfernt werden und die Wunde sorgfältig desinfiziert wird, weil die Erreger erst lange Zeit - bis Stunden - nach dem ersten Blutsaugen übertragen werden. Bei der Entfernung der Zecke sind alle überflüssigen Manipulationen zu unterlassen; der Zeckenkörper darf nicht gequetscht werden, da sonst der borrelienhaltige Inhalt in den Organismus gelangen kann.
FSME-Viren werden allerdings sofort mit Beginn des Blutsaugens übertragen, daher bietet auch in diesen Fällen die sofortige Entfernung kaum Schutz vor FSME.
Gegen die FSME steht ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung, gegen die Borreliose Antibiotika, die allerdings möglichst früh eingesetzt werden sollten. An einem Borreliose-Impfstoff wird gegenwärtig geforscht.




