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Rubrikillustration Tourismus
Karte - Euskirchen

Burgen und Schlösser im Kreis Euskirchen

In der Kulturlandschaft der Eifel sind über 130 Adelssitze ansässig. Nirgendwo anders in Europa sind derartig viele Burgen und Schlösser zu finden, die gleichzeitig eine enorme Breite und Vielfalt in formaler, technischer und künstlerischer Sicht des Burgen- und Schloßbaus aufweisen können.

Die nahezu 1000jährige Geschichte der Region vermittelt dem Betrachter ein umfangreiches Wissen der damaligen Lebensumstände. Ein Drittel der Adelssitze haben den Lauf der Zeit nicht überstanden und sind zumindest teilweise, wenn nicht sogar ganz untergegangen.

Größtenteils sind die noch erhaltenen Anlagen in einem mehr oder weniger guten baulichen Zustand, doch nur einige der im Privatbesitz befindlichen Burgen und Schlösser sind von besichtigungswerter Natur. Eine Auswahl von Burgen und Schlössern ist nachfolgend beschrieben.

Burg Bad Münstereifel

Die Burg Bad Münstereifel wurde im 13. Jahrhundert als vieltürmige regelmäßige Anlage erbaut, jedoch 1689 von französischen Truppen zerstört. Sie befindet sich seit 1984 in Privatbesitz. Heute sind von der Burg nur noch Reste des Burgberings und eines Tores an der Südseite erhalten.
Die Nutzung erfolgt teils als Privatwohnung, zum anderen Teil als Restaurant. Große Teile der Anlage sind von außen zugänglich. Da die Burg oben am Hang liegt, hat man von hier einen guten Blick über Bad Münstereifel.

Die im 13. Jahrhundert begonnene Burgmauer mit ihren zahlreichen Tortürmen ist ein weiteres beliebtes Ausflugsziel.

Burg Bad Münstereifel
Delle
53902 Bad Münstereifel
Zugang z.B. über Parkplatz an der B 51

Burg Arloff, Bad Münstereifel-Arloff

Die Burg Arloff stammt ursprünglich aus dem 13. Jahrhundert als grabenumwehrte Hofanlage, die im 15. Jh. zur Wasserburg mit noch heute erhaltenem viergeschossigem Wohnturm ausgebaut wurde. Das ebenfalls noch erhaltene Wohnhaus wurde 1699 an den Turm angebaut.

Heute wird die Anlage als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt.

Burg Kirspenich, Bad Münstereifel-Kirspenich

Der Ort Kirspenich ist vom Namen her keltisch-römischen Ursprungs, wird aber erst im Jahre 893 erstmalig im Güterverzeichnis der Abtei Prüm aktenkundig. Der viereckige Wohnturm aus Bruchstein der Burg geht wohl auf Gerlach von Dollendorf zurück, der Kirspenich im Jahre 1278 besaß. Wohl im 14. Jahrhundert wurde der Turm der Burg, der bereits um 1301 amtlich erwähnt wird, um zwei Stockwerke erhöht. Trotz weiterer An- und Ausbauten im 16. Jahrhundert hat es für Kirspenich nicht zum landtagsfähigen Rittersitz gereicht. Im 18. Jahrhundert befand sich das Anwesen im Besitz des Freiherrn von Friemersdorf gen. Pützfeld, der das barocke Wohnhaus, das sich an den Turm anlehnt und einen Gebäuderest des 16. Jahrhundert beinhaltet, erbaute.

Anfang des 20. Jahrhunderts war die Burg eine Gaststätte, die durch weitere Nebengebäude und einen großen Tanzsaal erweitert wurde. In den 1990er Jahren wurde das Anwesen nach jahrzehntelangem Verfall grundlegend und gründlich restauriert. Das Gebäude befindet sich in Privatbesitz.

Burg Blankenheim

Die Blankenheimer Burg wurde Anfang des 13. Jahrhunderts auf einem schmalen Bergrücken erbaut. Im 15./16. Jahrhundert wurde eine Umgestaltung zum Hochschloß durchgeführt. Bald nach 1800 wurde die Burg auf Abbruch verkauft. 1927 wurde die Ruine der Hauptburg in ein Turnerheim umgebaut und dieses wiederum zur Jugendherberge, die bis heute in Betrieb ist.

Das Burghaus am Eingang ist ein Überrest der Unterburg. Torbau und der runde Batterieturm werden auf das 17. Jahrhundert datiert. Die Errichtung der ehemaligen Kanzlei mit Mansardendach erfolgte 1787.

Die genaue Lage der Burg im Stadtplan können Sie sich über den Radroutenplaner NRW (siehe Box oben rechts) anzeigen lassen.

Burg Kronenburg, Dahlem-Kronenburg

Die Ruine der Kronenburg und ihr fast vollständig erhaltener Burgbering aus dem 13. Jahrhundert prägt heute noch den gleichnamigen Ort. Im 18. und 19. Jahrhundert verfiel die Burg. Von dem Haupthaus sind zwei halbrunde Flankentürme des Nordtores sowie die Ruinen des Bergfriedes zu sehen. Anhand der Überreste der Umfassungsmauer und einer halbrunden Bastion kann man noch die Ausmaße der ursprünglichen Anlage erkennen. Auch Reste der Wirtschaftsgebäude im tiefer gelegenen Amtshof sind vorhanden.

Sehenswert sind die gut erhaltenen und restaurierten Fachwerkhäuser. Die größte Sehenswürdigkeit stellt die um 1500 entstandene spätgotische Pfarrkirche St. Johannes mit ihren Innenräumen dar. Sie ist in die Ringmauer einbezogen. Da nur ein einziger Pfeiler in der Mitte das feine Gewölbe trägt, spricht man von einer Einstützkirche.

Von Kronenburg aus hat man einen Blick über das ganze Obere Kylltal. Die genaue Lage der Burg im Stadtplan können Sie sich über den Radroutenplaner NRW (siehe Box oben rechts) anzeigen lassen.

Schloß Schmidtheim, Dahlem-Schmidtheim

Der noch heute erhaltene viergeschossige Wohnturm stellt den Ursprung der im 16. - 18. Jh. erbauten Anlage dar, die vermutlich auf einem römischen Gutshof errichtet wurde. An den Wohnturm wurde die Anlage um eine Vorburg mit Wirtschaftshof, zwei Seitenflügel und ein vierteiliges Brunnenbecken im Hof erweitert. Die Gräben der ehemaligen zweiteiligen Wasserburg sind zwischenzeitlich zugeschüttet.

Burg Flamersheim, Euskirchen-Flamersheim

Die Burg Flamersheim wirkt von der Ansicht wie ein Barockschloß. In vielen Jahrhunderten ist sie zu der heutigen weitläufigen Anlage weiter ausgebaut worden. Die ersten Ursprünge dieser Anlage gehen bis ins 9. Jahrhundert zurück. König Ludwig der Deutsche taufte seine Burg im Jahre 870 "villa regia nomine Flamersheim", so daß sie bereits in diesem frühen Jahre erste Erwähnung findet.

Bis ins 16. Jahrhundert blieb die Burg in ihren heute fast nicht mehr zu erkennenden Grundzügen erhalten, erst im 17. Jahrhundert wurde die Burg durch die Familie Quandt von Landskron, die das Schloß durch die Palandt erhalten haben, zum barocken Landschloß ausgebaut. Nach der Familie Quandt war das Anwesen lange in privater Hand. Der Sohn einer Elberfelder Frabikantenwitwe wurde 1884 geadelt, seine Nachfahren sind auch heute noch Eigentümer des Anwesens.

Burg Großbüllesheim, Euskirchen-Großbüllesheim

Erste Erwähnung findet die Burg bereits im Jahr 1402 als Lehen des Herzogs von Jülich an Reymer Spies von Büllesheim. Bei Burg Großbüllesheim handelt es sich ursprünglich um eine zweiteilige Weiheranlage, die einen landtagsfähigen Rittersitz darstellte. Hiervon steht nur noch das an den Torturm angelehnte Wohnhaus der Vorburg. An der Vorburg wurden schon seit ca. 350 Jahren außer kleinen Renovierungsarbeiten keine großen Veränderungen vorgenommen. Die heute noch zu sehenden Gebäude der Hauptburg stammen aus dem 17. Jh. und wurden im 19. Jh. stark verändert, so daß die heutige Burg Büllesheim nicht mehr als Hauptburg erkennbar ist. Auch der Graben ist nicht mehr zu sehen, da er völlig ausgetrocknet ist und mit Sand und Erde zugeschüttet wurde.

Bis 1802 war die Burg immer noch ein Lehen des Herzogs von Jülich. In diesem Jahr verstarb Ludwig von Brempt, der letzte Herzog von Jülich. Von da an war die Burg nicht mehr Adelssitz und verfiel zusehends. Heute ist lediglich die dreiflügelige Vorburg erhalten. 1867 erwarb die Halfenfamilie Nettekoven das Anwesen und teilte Land und Hof. Sie errichtete bereits 1886 ein zweites Wohnhaus, so daß, durch eine Mauer voneinander getrennt, zwei völlig unabhängige Betriebe vorhanden sind.

Burg Großbüllesheim
Kompstr.
53881 Euskirchen-Großbüllesheim

Burg Kleinbüllesheim, Euskirchen-Kleinbüllesheim

Die Anfänge der Burg liegen um 900 n. Chr.. Sie wurden während des 2. Weltkrieges 1942 durch Ausgrabungen südlich der heutigen Anlage entdeckt.

Das heutige Gebäude wurde ursprünglich als Wasserburg erbaut. Der zweigeschossige Backsteinbau mit den abgerundeten Ecken und Mansardendächern präsentiert sich dem Betrachter als eine wuchtige Anlage. Dieser Eindruck wird durch das mächtige Eingangstor aus dem 16. Jh. und dem eher nüchternen quadratischen Grundriß verstärkt. Aus dem 14. Jahrhundert sind noch die Ecktürme und die Außenmauern der ursprünglichen Vorburg erhalten. Der Wassergraben ist gänzlich ausgetrocknet und nur noch teilweise erkennbar. Die Anlage ist im Privatbesitz und wird als landwirtschaftliches Anwesen genutzt.

Einer der letzen Tomburger Grafen überschrieb 1042 Kleinbüllesheim dem Kölner Domkapitel. 1728 baute Johann Conrad Schlaun für den kurkölnischen Kammerherrn Adam von Bourscheidt das Herrenhaus neben der spätgotischen Vorburg anstelle der mittelalterlichen Wasserburg. Danach wechselte die Burg häufig den Eigentümer. Heute ist sie in der Hand der Grafen Wolff von Metternich zur Gracht, die bereits im Jahre 1850 als Eigentümer verzeichnet waren. Graf Paul Wolff von Metternich restauriert die Burg seit Jahren Stück für Stück.

Burg Kleinbüllesheim
Paulstr.
53881 Euskirchen-Kleinbüllesheim

Kessenicher Burg, Euskirchen-Kessenich

Die an der Erft gelegene zweiteilige Wasserburg findet zu Beginn des frühen 14. Jahrhunderts erstmalig Erwähnung. Verschiedene Adlesgeschlechter besaßen und bewohnten die Burg. 1828 geht der Besitz dann in bürgerliche Hände über. Seit 1884 ist sie im Privatbesitz.

Auch heute kann man noch die Grundzüge der ursprünglichen zweiteiligen Wasserburg erkennen, obwohl im 19 Jahrhundert der trennende Graben zwischen Herrenhaus und Vorburg zugeschüttet wurde. Man betritt die Burg durch ein Torhaus aus dem Jahr 1562, welches das Familienwappen derer von Binsfeld trägt. Das ursprüngliche Herrenhaus erscheint heute als ein Zweiflügelbau mit einem rundem Eckturm. Heute wirkt die Burg wie ein romantisches Landhaus, doch die alten Fundamente für einen weiteren Wohntrakt und weitere Türme sind noch erhalten.

Kessenicher Burg
Kessenicher Burgstr.
53881 Euskirchen-Kessenich

Burg Niederkastenholz, Euskirchen-Niederkastenholz

Die Wasserburg Niederkastenholz mit winkelförmig angelegter Hauptburg und einer davon getrennten hufeisenförmigen Vorburg mit Wirtschaftsgebäuden war früher im Besitz der Abtei Kornelimünster.

Die aus Bruchstein errichteten Gebäude der Burganlage lassen sich vom schmiedeeisernen Tor gut einsehen. Der Wehrturm stammt aus dem 12. Jahrhundert und stellt damit den ältesten Teil der Burganlage dar. An die mittelalterliche Hauptburg wurde 1752 bis 1756 die sogenannte "Probstei" angebaut. Ein Teil des Wassergrabens ist heute noch zu sehen, der überwiegende Teil wurde jedoch im 19. Jahrhundert zugeschüttet.

Burg Niederkastenholz
Kastenholzer Burgstr. 19
53881 Euskirchen-Niederkastenholz 

Burg Ringsheim, Euskirchen-Schweinheim

Burg Ringsheim ist ein sehr weitläufiges Schloß und liegt ungewöhnlicher Weise allein auf weiter Flur. Zwischen dem Flamersheimer Bannwald und der Krönungsstraße gelegen, war sie aufgrund der strategisch günstigen Lage stark umkämpft. Das ursprünglich dazugehörige Dorf ist bereits im 17. Jahrhundert untergegangen. Heute zeigt sich Ringsheim als weitläufige Anlage mit Herrenhaus, innerer Vorburg mit angebautem Wirtschaftshof und dem Areal der großen äußeren Vorburg mit gut erhaltenem Grabenring, in der noch die Kirchenruine steht. Von der äußeren Vorburg sind nur noch Ruinenreste erhalten. Der größte Teil der Hauptburg erhebt sich aber auch heute noch als das eindrucksvolle Schloß des 17. Jahrhunderts.

Ringsheim war im 13. Jahrhundert ein Lehen von Köln an die bedeutenden Herren von Ringsheim, die hier großflächig ansässig waren. Wegen Überschuldung wurde das komplette Anwesen um 1455 an Johann Hurth von Schoeneck verkauft. Durch das Aussterben der Familie von Schoeneck fiel die Burg 1615 wieder in die Hände des Erzbischofs und wurde erst im Jahre 1635 wieder als Lehen an den Generalwachtmeister Johann Freiherr von Beck vergeben. Bereits 1656 verkaufte dessen Sohn das komplette Anwesen an Philipp von der Vorst-Lombeck. Im Jahre 1713 wurde das Schloß nach langem Rechtsstreit den Erben der ursprünglichen Besitzer Hurth von Schoeneck, die Freiherrn von Harff zu Dreiborn und Ringsheim, zugesprochen. Nach diesem häufigen Besitzerwechseln blieb Ringsheim für ca. 200 Jahre im Familienbesitz der Freiherren von Dalwigk und wechselte erst 1990 durch Erbe an die Wennemar von Schaffhausen.

Burg Ringsheim
Ringsheimer Weg
53881 Euskirchen-Schweinheim

Hardtburg, Euskirchen-Stotzheim

Die im Hardtwald 245 m über dem Wasserspiegel gelegene Anlage ist im Vergleich zu den anderen hiesigen Burgen und Anlagen eine sehr ungewöhnliche Burg. Gegründet wurde sie wohl schon im 11. Jahrhundert, damit gehört sie mit zu den ältesten hiesigen Anlagen.

Die zweiteilige Wasserburg ist von allen Seiten von Wassergräben umgeben und liegt weit abseits menschlicher Siedlungen. Kern für die Hauptburg bildet ein aus dem Hang ausgeschnittener Mottenhügel, der schon von Anfang an einen steinernen Viereckturm trug. Auch heute noch hat sie den Charakter einer mittelalterlichen Wasserburg, da sie nach ihrer Fertigstellung im 14. Jahrhundert nicht mehr verändert wurde.

Ursprünglich war sie im Besitz des Grafen von Are-Hochstaden, nach deren Aussterben erbte der letzte Namensträger, Graf Konrad von Hochstaden, Erzbischof von Köln, das Anwesen. Seit dem 17. Jahrhundert verfiel sie mangels Bauunterhaltung zusehends. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gelangte sie in die Hand des französischen Fiskus, um 1815 richtete der preußische Staat hier ein Forstamt ein. Heute ist sie im Besitz des Landes NRW und Wohnsitz des Hardtwaldförsters.

Die frühere Hauptburg mit Turm kann besichtigt werden; der Turm kann jedoch nur in den Wintermonaten bestiegen werden, da er im Frühjahr und Sommer Heim für nistende Vögel ist.

Die genaue Lage der Burg im Stadtplan können Sie sich über den Radroutenplaner NRW (siehe Box oben rechts) anzeigen lassen.

Kleeburg, Euskirchen-Weidesheim

Ein Schmuckstück der Erftschlösser stellt die Kleeburg in Weidesheim mit ihren rot-gelben Fensterläden dar. Sie ist eine zweiteilige Wasserburg, hat eine große wehrhafte Vorburg und wuchtige Backsteintürme. Besucher können bis zur Vorburg sehen. Nur über eine kleine Ziehbrücke kann man zum Gebäude gelangen.

Die heutige Hauptburg ist eher klein, aber einzigartig. Nach einem Brand 1938 wurden die Räume im Obergeschoß originalgetreu wieder hergestellt.

Erste Erwähnung findet die Kleeburg im 14. Jahrhundert, als sie noch im Besitz des Markgrafen zu Jülich war. Die von Kleeberg stiegen in den ritterlichen Adel auf, so daß die Burg weitervererbt werden konnte. Die Burg war bis 1925 in Adelseigentum und wurde dann an die Pächterfamilie Conen verkauft. Heute ist die Kleeburg im Besitz von Michael Freiherr von Korff, der die Hauptburg zum Wohnsitz restaurierte und in der Vorburg seine Geschäftsräume einrichtete.

Kleeburg
Zur Kleeburg
53881 Euskirchen-Weidesheim

Burg Veynau, Euskirchen-Wißkirchen

Die Burg Veynau liegt mitten im Veybachtal. Sie wurde 1340 erbaut, um den Burgenring um Euskirchen zu schließen, und gehörte so zu dem Jülicher Burgengürtel. Bei dem Anwesen handelt es sich um eine sehr weitläufige Burgenanlage, die aus der Hauptburg mit Palas und zwei Ecktürmen sowie einer innen gelegenen Vorburg mit zwei runden Schalentürmen und einer sehr großen äußeren Vorburg besteht. Die Burg ist im Ganzen von den häufigen Umbauten geprägt, läßt aber die ursprünglichen Ansätze immer noch deutlich erkennen, so daß man die interessanten Details aus dem 14. Jahrhundert auch heute noch sehen kann.

Der Truchseß Dietrich Schinnenmann von Aldenhoven erhielt im Jahre 1340 die neu erbaute Burg von dem Markgrafen von Jülich als Lehen und baute sie zur stärksten Festung in dieser Gegend aus. Die Burg hielt in ihrer langen Geschichte einigen Kriegen stand, oftmals wurde sie teilweise zerstört, aber immer wieder neu aufgebaut und restauriert. Bis 1722 blieb die Burg in der Hand des Markgrafen von Jülich. Nach dem Ende des Herzogtums Jülich wechselten die Besitzer des Anwesens häufig, bis schließlich 1843 der Herzog von Aremberg das komplette Anwesen erwarb.

Heute ist die Hauptburg in der Hand von Prof. Dr. Harald Freiherr von Elmendorff, welcher die Burg mit Hilfe des Landes NRW umfassend restaurierte.

Burg Reifferscheid, Hellenthal-Reifferscheid

Das Burgdorf Reifferscheid mit seiner Höhenburg wurde im Sommer 1991 im Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden" mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Der Wettbewerb auf Bundesebene brachte dem Ort die Silbermedaille.

Die Burg war zunächst mit einer Ringmauer umgeben und durch das im 14. Jahrhundert aus Bruchsteinen errichtete Matthias-Tor zu betreten. Die Gebäude innerhalb des äußeren Zwingers wurden nach mehrmaliger Zerstörung auf der Ringmauer erbaut. Auch die dreischiffige gotische Kirche (1489/91) ist in die Befestigung einbezogen. Vom äußeren Zwinger gelangt man in die im spätgotischen Stil errichtete Vorburg. Die Ruine des Hochschlosses wird von Ecktürmen und dem mächtigen runden Bergfried flankiert. Im Inneren der Schloßruine können der zweischiffige kreuzgratgewölbte Keller des Palas und Reste der Burgkapelle besichtigt werden.

Die Geschichte der Burg ist geprägt durch einen ständigen Wechsel zwischen Zerstörung und Wiederaufbau. Zum erstenmal wurde die Burg 1106 von Herzog Heinrich angezündet, der eine Einnahme durch seine Gegner verhindern wollte. 1669 zerstörte eine Brandkatastrophe wesentliche Teile der Burg, des Burgtores und der Kirche. Danach wurde das Gebäude als Barockschloß wiederaufgebaut, bevor französische Truppen 1689 es erneut schwer beschädigten. Unter Graf Franz-Wilhelm wurde das Schloß wiederhergestellt, wobei die Bewohner der Gemeinde Reifferscheid ihre Häuser an und auf die zerstörten Stellen der Burgmauer bauen durften. Es entstanden viele Fachwerkbauten, die auch heute noch das Ortsbild östlich des kleinen Tores gestalten.

Die genaue Lage der Burg im Stadtplan können Sie sich über den Radroutenplaner NRW (siehe Box oben rechts) anzeigen lassen.

Wildenburg, Hellenthal-Wildenburg

Die ca. 800 Jahre alte, mittelalterliche Ritterburg liegt auf einem schmalen, nach allen Seiten steil abfallendem Berggrat. Ursprünglich waren Burg und Ort Wildenburg durch einen Graben und durch eine Zugbrücke getrennt. Heute ist der Graben zugeschüttet, die Brücke verschwunden. Die Burg selbst besteht aus Haupt- und Vorburg. Die auffallendsten Teile der Burg sind zweifellos die Türme: der große Turm an dem Saal, der Turm an der Pforte in der Vorburg und der große, vierkantige Turm. Die Identifikation des letztgenannten Turmes bereitet Schwierigkeiten, weil alle heute noch zu sehenden Türme rund sind. Wahrscheinlich war der große Verteidigungsturm an der Südwestecke zunächst vierkantig, wurde dann später mit für Geschützfeuer berechneter Mauerstärke versehen und gerundet. Bei dem genannten großen Turm an dem Saal handelt es sich um den heutigen Johannisburgturm.

Von der Abtei Steinfeld 1715 gekauft, wurde der alte Palas innen zu einer Kirche umgebaut. In ihm sind mehrere Holzskulpturen verschiedener Jahrhunderte zu sehen. Aus dem Treppenturm wurde ein Glockenturm, der umgeben vom Torwärterhaus, Hexenturm und den Fachwerkhäusern des Burgfleckens als Mittelpunkt der Schule, des Pfarramts, des Jugendheims und der Akademie des Bistums Aachen gilt.

Die Wildenburg wird heute als Tagungsstätte der Bischöflichen Akademie genutzt und bietet Raum für 75 Gäste. Es werden Familienseminare durchgeführt oder Bildungsprojekte veranstaltet.

Die genaue Lage der Burg im Stadtplan können Sie sich über den Radroutenplaner NRW (siehe Box oben rechts) anzeigen lassen.

Wildenburg
Wildenburg 10
53940 Hellenthal-Wildenburg
Tel.: 02482/632

Wasserburg Berg, Mechernich-Berg

Die heutige Anlage besteht aus einem freistehendem Burghaus mit Turm, welches im späten 15. Jahrhundert errichtet wurde, und der nordöstlich vorgelagerten ehemaligen Vorburg.

Die Wasserburg Berg entstand im 12. Jahrhundert. Sie diente als Flucht- und Schutzburg vor etwaigen Überfällen, beispielsweise seitens der Normannen. Erst im 14. Jahrhundert wurde das Adelsgeschlecht von Berg hier ansässig. Unter dessen Führung mauserte sich die Burg zum landtagsfähigen Rittersitz. Im 18. Jahrhundert wechselte die Burg in das Eigentum des Clemens August Freiherrn von Syberg zu Eicks und dient seitdem als Pachthof.

Wasserburg Berg
Gemünder Str. 84
53894 Mechernich-Berg

Burg Eicks, Mechernich-Eicks

Die Burg Eicks liegt seit Jahrhunderten nahezu ungestört ganz im romantischen Ambiente des tiefeingeschnitten Bruchbachtals. Auf den ersten Blick wirkt sie wie ein verwunschenes Schloß, das schon seit jeher ein alter familiärer Adelssitz ist.

Bei dem Anwesen handelt es sich um eine zweitteilige Wasserburg, die auch heute noch zum Teil von den Gräben des mittelalterlichen Vorgängers umgeben ist. Die Vorburg stellt sich als geräumiger dreiflügeliger Neubau mit zwei Ecktürmen aus dem Jahre 1680 dar. Das Herrenhaus ist ein schiefwinkeliger Rechteckbau, der von zwei hervortretenden Ecktürmen gerahmt wird. Im Keller des Anwesens sind noch Reste des ursprünglichen Burghauses zu finden.

Heute zeigt sich die Burg Eicks als ein Barockschloß, welches dem ursprünglichen Herrenhof seit Anfang des 14. Jahrhunderts folgt. Wie die anderen Burgen und Schlösser wechselte auch Burg Eicks häufig den Besitzer, doch wurde sie im Gegensatz zu den meisten anderen in ihrer langjährigen Geschichte nicht einmal veräußert, sondern wurde nur durch Erbe oder Hochzeit in andere Hände weitergegeben. Seit dem frühen 17. Jahrhundert war die Burg Eicks im Besitz eines Adelsgeschlechtes names von Syberg. Franziska von Syberg, letzte des Hauses von Syberg, schenkte im 18. Jahrhundert das Anwesen ihrem Neffen Wilhelm Freiherr von Hövel. Auch heute noch ist die Burg im Besitz derer von Hövel.

Die Anlage kann nicht besichtigt werden; von der Straße aus hat man jedoch einen guten Blick auf Teile der Burg und den barocken Burggarten.

Burg Eicks
Burgstr. 7
53894 Mechernich-Eicks

Burg Kommern, Mechernich-Kommern

Der verschachtelte Gebäudekomplex der Anlage versteckt sich hinter einer aufwendigen symmetrisch laufenden Hoffassade, das gesamte Anwesen wird von einem prachtvollen Landschaftspark mit seltenen Bäumen umgeben. Der wohl älteste Teil ist der am Hang gelegene Wohnturm. Er stammt vermutlich noch aus dem 13. Jahrhundert.

Die Burg Kommern war seit dem 13. Jahrhundert im Besitz der Familie Arenberg, die im 17. Jahrhundert zu Herzögen aufstiegen. Die Burg wurde nie als Adelssitz genutzt, sondern war zeitlebens lediglich Verwaltungsgebäude, da die Arenbergs ihren Reichtum aus dem Bergbau begründeten.

Im 18. Jahrhundert wechselte die Burg nach dem Einmarsch der Franzosen in deren Besitz, die die Anlage an die Familie Abels verpachtete, welche sie um 1807 selbst erwarb. Seit 1927 ist die Burg im Privatbesitz, wird umfassend restauriert und wurde vom Eigentümer an eine Großfamilie verpachtet.

Burg Kommern 
Kirchberg 3
53894 Mechernich-Kommern

Burg Satzvey, Mechernich-Satzvey

Die Burg Satzvey stellt ein besonders schönes Beispiel romantischer Wasserburgen dar. Ihre Ursprünge liegen im 14. Jahrhundert. Damals befanden sich Vor- und Hauptburg noch auf zwei getrennten Inseln. Heute sieht man hinter der weiten Wasserfläche das reich gegliederte Herrenhaus mit Turm und den Torburg aus dem 15. Jahrhundert.

Auf Burg Satzvey werden heute eine Vielzahl von Veranstaltungen durchgeführt, wie z. B. Ritterspiele in Verbindung mit mittelalterlichen Burgmärkten, Hexenfeste, Kinder-Theaterprogramme und historische Burgweihnacht mit Weihnachtsmarkt. Außerdem werden hier Feste in privaten Räumen für Gruppen zwischen 40 und 500 Personen ausgerichtet. 

Die genaue Lage der Burg im Stadtplan können Sie sich über den Radroutenplaner NRW (siehe Box oben rechts) anzeigen lassen.

Burg Satzvey
An der Burg 3
53894 Mechernich-Satzvey

Schloß Wachendorf, Mechernich-Wachendorf

Das Schloß Wachendorf ist einer der wenigen Adelssitze, der die Bezeichnung "Schloß" auch im vollem Umfang verdient. Heute präsentiert es sich in angenehmer Distanz zu dem gleichnamigen Ort am Rande eines großen Parkes und greift mit einer sehr eindrucksvollen Allee weit in das Land hinein. Die Reste von Wassergräben und Geschützbastionen zeugen von einer unruhigen und ungemütlichen Vergangenheit.

Auch Schloß Wachendorf wurde zunächst als Ritterburg genutzt. Die erste Erwähnung findet sich im Jahre 1190 als Sitz eines adeligen Vogtes. Im frühen 16. Jahrhundert gelangte die damalige Burg durch Heirat in den Besitz von Johann von Palandt, der zu den wichtigsten Rittern der Jülicher Ritterschaft gehörte. Im Jahre 1628 wurden hier durch Marsilius III. von Palandt jene berüchtigten Hexenprozesse durchgeführt, zu denen er zwar nicht berechtigt war, welche aber 16 Menschen das Leben kosteten. 1780 erwarb der bayerische Generalmajor Adolph Freiherr von Ritz die Burg. Er ließ die gotische Burg abreißen und durch ein kleines barockes Schloß ersetzen. Durch den Euskirchener Landrat Johann Peter Schroeder kamen Land und Schloß 1877 an den Freiherrn Solemacher-Antweiler, der das kleine Schloß in das heutige große Schloß umbaute. Sein Sohn verkaufte 1896 an Dr. Paul von Mallinckrodt; dessen Urenkel Dr. Herbert Müller von Blumencron ist der heutige Eigentümer.

Burg Zievel, Mechernich

Wenn man heute die Burg Zievel sieht, ist sie wohl eine Burg der Art, wie man sich eine mitteralterliche Ritterburg vorstellt. Im Gegensatz zu den anderen hiesigen Burgen ist Zievel nicht mit einem Dorf verbunden, welches sie beschützen sollte und welches zur Versorgung der Burgbewohner diente, sondern sie liegt frei und beherrschend in der Landschaft. Zievel ist weit älter als die anderen hiesigen Adelssitze und Burgen, sie war nicht nur ein Lehen, sondern auch Sitz des Hochadels. Die sehr weitläufige Burgenanlage war früher von Wassergräben umgeben und in Haupt- und Vorburg getrennt. In den Grundzügen ist die Burg noch so erhalten, wie sie durch den Ritter Schmeich von Lissingen ausgebaut wurde, einige Änderungen wurden im 15. Jahrhundert vorgenommen, wie z. B. der Bau eines Doppelturmtores. Im Jahr 1825 wurde das aus dem 15. Jahrhundert stammende Burghaus durch das heutige barockisierende Haus ersetzt.

Die Burg fand bereits im Jahre 1107 erste Erwähnung als freies Eigentum des Grafen von Limburg. Durch die Edelherren von Daun gelangte Zievel zusammen mit den Orten Lessenich und Rißdorf im Jahre 1377 in den Besitz der Ritter Schmeich von Lissingen. Dieser baute die Burg so, wie sie auch noch heute zu erkennen ist. Im 15. Jahrhundert wechselte die Burg erneut ihren Besitzer, sie wurde Hauptresidenz der Freiherrn Metternich aus Metternich. Nachdem diese Linie Mitte des 17. Jahrhunderts ausgestorben ist, teilten deren Erben die Burg und errichteten im Jahr 1661 ein zweites Herrenhaus. 1766 wurde die Burg an die Familie Krewel verpachtet, die sie im Jahr 1820 kaufte und auch noch heute Eigentümer ist.

Burg Zievel
Burg Zievel 1
53894 Mechernich

Schloß Schleiden

Von dem im 12. Jahrhundert als rechteckige Anlage mit freistehendem Bergfried erbauten und damals bedeutsamen Schloß Schleiden sind nur noch Reste des Ostflügels und der Südflügel erhalten. Die baulichen Veränderungen nach diversen Kriegsbeschädigungen führten im 18. Jh. zum heute schloßartigen Bau.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloß stark beschädigt, jedoch 1952 wieder errichtet. Dieser Aufbau fand jedoch in ganz einfacher und reduzierter Form statt, nur zur Talseite hin gewann man annähernd das ursprüngliche Bild zurück.

Das heutige Gebäude ist lediglich der Rest einer ehemals viel umfangreicheren, mehrteiligen Burganlage. Das Schloß Schleiden wird heute als Seniorenresidenz genutzt.

Schloß Schleiden
Vorburg 9
53937 Schleiden

Wasserburg Dreiborn, Schleiden-Dreiborn

Die etwas außerhalb des Ortes gelegene Wasserburg Dreiborn wurde um 1300 erbaut. Die höchstgelegene Wasserburg des Rheinlandes (ca. 540 m über NN) wurde ursprünglich durch einen doppelten Wassergraben geschützt. Ein Teil der Umfassungsmauern, der runde Eckturm, Wirtschaftshof und Herrenhaus stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Ordensburg Vogelsang, Schleiden-Herhahn

Die von 1934 bis 1936 erbaute Ordensburg Vogelsang ist keine Burg im herkömmlichen Sinn. Die Anlagen der Ordensburg mit dem weithin sichtbaren 50 m hohen Turm wurden als eine der wenigen Erziehungsstätten für den nationalsozialistischen Nachwuchs genutzt. Aufgaben der insgesamt drei Ordensburgen im nationalsozialistischen Deutschland war die wissenschaftliche Untermauerung der damaligen Weltanschauung und die Erziehung zu einem "echt deutschen Charakter".

Ca. 400 - 800 Schüler sollen bis 1939 auf Burg Vogelsang ihre Ausbildung erhalten haben. Sie wurden zu Beginn des 2. Weltkrieges in die Ordensburg Sonthofen verlegt. Danach benutzten Luftwaffeneinheiten den Flughafen, 1940 war Vogelsang Aufmarschgebiet der deutschen Wehrmacht für die Offensive im Westen. Bis 1944 wurde Vogelsang dann als Adolf-Hitler-Schule genutzt. Ende 1944 erfolgte dort die Aufstellung deutscher Truppen, 1945 wurde Burg Vogelsang vorübergehend als Feldlazarett genutzt, danach im Juli 1945 kampflos von den alliierten Truppen eingenommen und besetzt.

Am 1. April 1950 wurde Burg Vogelsang vom belgischen Militär übernommen und wurde bis Ende 2005 als Truppenübungsgelände genutzt.

Heute ist die Burg Vogelsang ein Teil des Nationalparks Eifel. Weite Teile sind für Besucher zugänglich; in der Burg befinden sich eine Ausstellung zu ihrer Geschichte und ein touristischer Infostand.

Burg Kühlseggen, Weilerswist

Hier zeigt sich eine bemerkenswerte Ausnahme der Regel; die Burg Kühlseggen wurde nach einem Jahrhundert des Unbewohntseins und der Vernachlässigung wiederhergestellt und zum Wohnsitz ihres Eigentümers ausgebaut. Die heutige vielteilige Anlage basiert auf der Wasserburg des Mittelalters. Im heutigen Wohnhaus sind die Reste eines gotischen Burghauses noch zu erkennen. Erst im 19. Jahrhundert kam der äußere Wirtschaftshof hinzu, nachdem die Gräben der Vorburg zugeschüttet waren. Durch die letzte Restaurierung ist heute das Bild eines kleinen barocken Herrensitzes auf mittelalterlichem Vorgänger sehr sehenswert.

Bis zum späten 14. Jahrhundert wechselte der Eigentümer der Burg Kühlseggen häufig. Erst im Verlauf des 15. Jahrhunderts erlangt die Burg den Status eines landtagsfähigen Rittersitzes. Bis 1836 unterlag das Anwesen einem häufigen Besitzerwechsel und verfiel zusehends. 1836 erbte die Tochter des Freiherrn Heeremann von Zuydwyck das Anwesen, bis 1964 blieb die Burg unbewohnt und verfiel immer mehr. Robin Freiherr von Eltz-Rübenach stellte die Burg gänzlich wieder her.

Die genaue Lage der Burg im Stadtplan können Sie sich über den Radroutenplaner NRW (siehe Box oben rechts) anzeigen lassen.

Burg Bodenheim, Weilerswist-Bodenheim

Die Burg zu Bodenheim ist in der ehemaligen brabantischen Herrschaft zu Lommersum der einzige erhaltene Adelssitz, der bis ins späte 18. Jahrhundert als Lehen geführt wurde. Das Anwesen läßt deutlich eine zweiteilige Wasserburg mittelalterlichen Ursprungs erkennen. Das malerisch verwinkelte Herrenhaus liegt auf einer künstlich angelegten Anschüttung und der Graben ist seit einigen Jahrzehnten trocken. Der wohl älteste erhaltene Teil ist der Westflügel mit Eckturm und Treppenturm im Hof.

Erste Nennung findet die Burg bereits im Jahre 1194, als dort das erste Adelsgeschlecht genannt wird. Erben dieses ersten Adelsgeschlechtes waren zunächst die Brent von Vernich und anschließend die von Tomberg, welche auch den größten Teil der heute bekannten Burg erbauten. 1625 gelangte das Anwesen durch Heirat in den Besitz der Familie von Hersel, die das Schloß auch annähernd 200 Jahre bewohnte. Schließlich verkaufte 1845 Graf Edmund von Hatzfeld-Weisweiler die Burg an den Herzog von Aremberg, der es an die Familie Kieselstein verpachtete. 1934 erwarb diese die Burg und bewohnt sie auch noch heute.

Die genaue Lage der Burg im Stadtplan können Sie sich über den Radroutenplaner NRW (siehe Box oben rechts) anzeigen lassen.

Wasserburg Metternich, Weilerswist-Metternich

Die Wasserburg Burg Metternich wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Im Jahre 1316 wird erstmals ein Geschlecht erwähnt, das den Namen Metternich trug und als Wappen den Löwen führte.

Die Burg wurde 1348 anlässlich einer Erbteilung zwischen vier Brüdern aktenkundig und blieb bis zum Jahre 1692 in dieser Familie. Der letzte dort ansässige Freiherr von und zu Metternich verkaufte 1692 Burg und Herrschaft an den kurkölnischen Geheimrat und Staatssekretär Franz Wilhelm von Schönheim. Nach dem Tod des letzten Schönheim von Metternich, Domherr Johann Arnold von Schönheim, erbten dessen Vettern, der Kölner Weihbischof Clemens August von Merle und sein Bruder Josef Clemens von Merle, den Besitz. Auf letztere geht die Anlage des Landschaftsparks um die Burg zurück. Über den rheinisch-französischen Juristen Heinrich Gottfried Wilhelm Daniels, den Übersetzer des Code Civil ins Deutsche und späteren ersten Präsidenten des Kölner Appellhofes, der das Gut von der Kölner Adelsfamilie von und zu Pütz 1811 kaufte, kam das Rittergut nach dessen Tod durch Verkauf an den Major a. D. Karl Friedrich von Müller und seine Frau Helene geb. Krupp aus Essen. Von dessen Sohn kaufte es 1879 Franz Freiherr von Schorlemer-Overhagen, welcher die Mansarde und den Gutshof umbaute. Er verkaufte Metternich schon 1895 an den königlichen Kammerherrn Edmund Freiherr Spies von Büllesheim, dessen Familie die Burg bis heute bewohnt.

Während das Herrenhaus von Burg Metternich nach sehr starken Kriegsschäden und beginnendem Verfall renoviert werden konnte, ist von den ursprünglichen Vorburgen nichts mehr erhalten. Der heutige vierflügelige Gutshof wurde um 1885 vollständig neu erbaut, lediglich das große Sandsteintor wurde aus den Vorgängerbauten übernommen. Die Vorburggräben sind zumeist eingeebnet, aber das Herrenhaus ist noch immer von einem großen Weiher umgeben, der die Pfahlroste unter den Fundamenten ständig unter Wasser hält. In westlicher und südlicher Richtung ist die Burg immer noch durch drei Wasserhindernisse, inklusive der Swist geschützt.

Burgen Kleinvernich und Großvernich, Weilerswist-Vernich

Die beiden Burgen bewachten seit 1350 das östliche und westliche Ufer der Erft. Die zweiteilige "castrum" genannte "Wasserburg" Großvernich wurde unweit des heute kaum noch zu erkennenden Ringwalls nach 1300 errichtet.

Die Wasserburg Kleinvernich ist noch heute vollständig von einem Wassergraben umgeben. Sie dient jedoch nur noch landwirtschaftlichen Zwecken. An die spätgotische Burg in Großvernich erinnert nur noch eine einsturzgefährdete Turmruine.

Die genaue Lage der Burgen im Stadtplan können Sie sich über den Radroutenplaner NRW (siehe Box oben rechts) anzeigen lassen.

Burg Kleinvernich
Am Bröhlpfad
53919 Weilerswist-Kleinvernich

Burg Großvernich
Kurfürstenweg
53919 Weilerswist-Großvernich

Burg Zülpich

Die Burg stammt aus dem 14./15. Jahrhundert und ist in die Stadtmauer integriert. Allerdings wurde bereits 1278 unter dem Erzbischof Siegfried von Westerburg mit dem Bau begonnen. 1689 wurde die rechteckige gotische Kastellanlage mit dicken Außenmauern und Rundtürmen an den Ecken von den Franzosen angezündet. Eine Brandweinbrennerei hatte ab 1847 ihren Sitz in der Burg. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Burg schwer beschädigt und nur vereinfacht wieder aufgebaut.

Die genaue Lage der Burg (dort als "Mittelalterliche Stadtbefestigung mit Landesburg") im Stadtplan können Sie sich über den Radroutenplaner NRW (siehe Box oben rechts) anzeigen lassen.

Burg Zülpich
Mühlenstr. 10
53909 Zülpich

Burg Juntersdorf, Zülpich-Juntersdorf

Im 14./15. Jahrhundert wurde die ehemals zweiteilige gotische Wasserburg am Hang erbaut. Nach Bränden im 19. Jahrhundert wurde die Vorburg wiederaufgebaut und dabei mit dem Herrenhaus verbunden. So entstand eine fast geschlossene Hofanlage. Das Herrenhaus stammt zum Teil aus dem 17. Jahrhundert.

Burg Juntersdorf
Astreastr. 6
53909 Zülpich-Juntersdorf

Burg Langendorf, Zülpich-Langendorf

Im 12./13. Jahrhundert wurde die ursprünglich zweiteilige Wasserburg mit Haupt- und Vorburg erbaut. Der runde Eckturm des spätgotischen Herrenhauses stammt mit dem ältesten Teil des Herrenhauses aus dem 15. Jahrhundert. Der jüngere Teil des Herrenhauses umfaßt Kapellenerker und die Gerichtsräume. Die dreiflügelige Vorburg wurde im 16. Jh. erneuert. Hiervon ist der Westflügel bis heute erhalten.

Heute zählt Burg Langendorf zu den besterhaltensten und gepflegtesten Wasserburgen des Rheinlandes. Unter dem Titel "Konzert in der Remise" finden regelmäßig Konzerte von Nachwuchskünstlern statt. Außerhalb der Konzerte ist die Burg nicht öffentlich zugänglich.

Die genaue Lage der Burg im Stadtplan können Sie sich über den Radroutenplaner NRW (siehe Box oben rechts) anzeigen lassen.

Burg Langendorf
Eifelstr. 88
53909 Zülpich-Langendorf

Lauvenburg, Zülpich-Nemmenich

Die Lauvenburg ist eine typische mittelalterliche Wasserburg, die sehr gut erhalten ist. Die am Dorfrand gelegene Burg wirkt durch ihren alten Baumbestand sehr romantisch. Die Gräben der zweiteiligen Burganlage werden auch heute noch von dem mittelalterlichen Mühlengraben, der vom Rotbach abgezweigt wurde, gespeist.

Die Vorburg wurde nach einem Brand 1868 in neugotischen Formen wieder aufgebaut. Hinter einem Hof mit ummauerten Mistplatz, der von einfachen Wirtschaftsgebäuden flankiert wird, erhebt sich der spätgotische Bau der Hauptburg. Die Ansätze einer hofseitigen Holzgalerie im Innern und die Reste von hohen Wehrmauern an den Hoffronten zeugen von einer nicht unbedingt gemütlichen Vergangenheit.

Im Jahr 1408 findet sie erste Erwähnung, als Lehen und Offenhaus des Herzogs von Jülich, dessen hier ansässige Lehnsmänner sich erfolgreich als Raubritter betätigen. Obwohl sie meist in der Hand kölnischer Bürgergeschlechter ist, erscheint sie 1603 in der Liste der landtagsfähigen Rittersitze. Durch den kurpfälzischen Geheimen Rat Johann Heinrich Cramer von Clauspruch wurde sie im 17. Jahrhundert zu einem wohnlichen Landsitz umgebaut. Im Jahr 1760 gelangte sie in den Besitz des französischen Grafen Latour, der 1794 durch die französische Revolution enteignet wurde. Bis heute ist die Burg in Privatbesitz.

Haus Busch, Zülpich-Niederelvenich

Haus Busch wurde im frühen Mittelalter errichtet, ein genaues Datum ist jedoch unbekannt. Heute zeigt sie sich nach wie vor in unvollendeter Ausführung, da ein geplanter Umbau im 18. Jahrhundert nicht fertiggestellt wurde. Das Haus bildet im Ganzen ein Rechteck, welches einen großen Innenhof umrundet.
Ersteigentümer war, soweit bekannt, die Herrschaft Beissel von Gymnich. Im 5. Jahrhundert wechselte die Anlage durch Heirat in den Besitz des Michael von dem Bongart. Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Anwesen von der Familie von Groote erworben, welche auch den pompösen Umbau arrangierte, der jedoch nie vollendet wurde.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Haus Busch an einen Privatier veräußert. Dessen Nachkommen sind auch heute noch Eigentümer.

Schloß Bollheim, Zülpich-Oberelvenich

Im Wesentlichen sind in dem heute als landwirtschaftlichem Betrieb genutzten Anwesen die aus dem 18. Jahrhundert stammenden Wirtschaftsgebäude erhalten, doch die eigentlichen Schloßgebäude aus früheren Jahrhunderten sind nicht mehr vorhanden, so daß dem Betrachter der ehemals herrschaftliche Anblick vorenthalten wird. Das Schloß dient hervorragend als Paradebeispiel für die Entwicklung rheinischer Adelsgesellschaft, da zu Beginn nur die einfachen Ortsadeligen als Besitzer genannt werden. Im Lauf der Geschichte mausern sich die einfachen ortsansässigen Adeligen bis hin zum herrschaftlichen Ritters- und Gutshof.

Heute befindet sich das ehemalige Schloß in privater Hand und gleicht einem großem Gutshof. Es wird von seinem Besitzer landwirtschaftlich genutzt.

Die genaue Lage von Schloß Bollheim im Stadtplan können Sie sich über den Radroutenplaner NRW (siehe Box oben rechts) anzeigen lassen.




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