Tour 14: Kylltal und Vulkaneifel
In die Vulkaneifel und entlang des Kronenburger Sees führt diese familientaugliche Radtour. Sie beginnt am ehemaligen Grenzübergang Losheimergraben und führt von der Kyllquelle parallel zum Fluss ins Eifelstädtchen Gerolstein. Die 47 Kilometer lange Route hat auf den ersten Kilometern einige Steigungen, aber insgesamt fällt sie von 660 Metern über dem Meeresspiegel hinunter bis auf 360 Meter am Ziel bei Gerolstein. Trotz der beträchtlichen Gesamtdistanz ist die Strecke familientauglich. Die Tour hat den weiteren Vorteil, dass man ab Jünkerath alle paar Kilometer einen Bahnhof passiert, so dass man viele Möglichkeiten hat, sie abzukürzen.
Zunächst muss man einige hundert Meter auf der Bundesstraße fahren. Dabei ist ins insbesondere mit Kindern Vorsicht geboten. Bald weist ein roter Pfeil auf weißem Grund nach links in den Fichtenwald. Dort kann man zu Fuß über einen nicht zu befahrenden Pfad ein paar hundert Meter nach links gehen, um die eigentliche Kyllquelle zu sehen. Die Tour führt über die ersten zehn Kilometer durch den Zitterwald, wobei zwei Steigungen zu überwinden sind, bei denen man sich nicht schämen muss, wenn man absteigt. Aber die weitere Tour ist den Schweiß wert. Sie führt zu touristischen und landschaftlichen Kleinoden der Eifel.
Bei Frauenkron erreicht man wieder die Zivilisation. Man folgt der Radwegebeschilderung, die bei dieser Tour vorbildlich ist. Der Kylltalradweg hat ein eigenes Logo das an jeder Abzweigung gut sichtbar die Strecke markiert. Ab Frauenkron folgt man zunächst der Kreisstraße bis zur Landstraße, dann geht es über die L 22 bis zum Einlauf der Kyll in den Kronenburger See. Hier ist beim Überqueren der Bundesstraße 421 Vorsicht geboten.
Der Radweg führt vorüber an einem Feuchtbiotop und an dem schön gelegenen neuen Campingplatz am Südufer des Stausees. Der See dient eigentlich der Hochwasserregulierung, aber darüber hinaus ist er ein attraktives Bade- und Freizeitgewässer. Man kann Boote mieten oder im See schwimmen, darüber hinaus gibt es eine Gastronomie.
Weiter geht es durch das nunmehr breit gewordene Kylltal nach Stadtkyll mit seinem reichhaltigen gastronomischen Angebot. Im Ort zweigt der Radweg links ab in Richtung Jünkerath. Der Weg führt abseits der Autostraße bis kurz vor Jünkerath. Dort erinnert das Eisenmuseum an die sehr alte Montanindustrie des Kylltales. Der Radweg führt unmittelbar an diesem Museum vorüber. Es ist nicht zu übersehen: Davor steht als Blickfang ein Eisenbahnwagen mit einem gewaltigen Stahlkessel darauf.
Jünkerath bietet auch die erste Chance nach 27 Kilometern die Tour abzubrechen und mit der Bahn nach Hause zu fahren. Die weitere Radroute steigt am Ortsausgang am südlichen Hang des Kylltales etwas in die Höhe nach Gönnersdorf, aber man kann gut durchfahren. Später geht es steil abwärts. Aber Vorsicht: Kurz vor der Eisenbahnüberführung zweigt der Kylltalradweg rechts ab. Er führt nach kurzem Anstieg weiter durch einen Laubwald. In Lissendorf erreicht man wieder einen Bahnhof.
Die Radroute führt über eine Eisenbahnüberführung in den Nachbarort Birgel, wo die alte Mühle mit einer vielfältigen Erlebnisgastronomie zum Verweilen einlädt. Weiter geht es nach Oberbettingen (Bahnhof) und Dohm-Lammersdorf bevor der Radweg schließlich das Ziel Gerolstein mit dem Bahnhof erreicht. Das Städtchen bietet mannigfaltige Sehenswürdigkeiten Kurz vor dem Ort kann man beispielsweise einen Abstecher zum Adler- und Wolfspark "Kasselburg" die Römervilla Sarabodis, in der Nähe liegen die Burg Lissingen und die Löwenburg. Interessant sind auch die markanten Dolomit-Felsformationen an den Hängen des Kylltales.
Bei der Rückfahrt mit der Bahn ist es sehr sinnvoll, Befestigungsmaterial in der Satteltasche zu haben. Ungeübten Bahnfahrern bietet die Reise gelegentlich mancherlei Gelegenheit zum Grübeln. Zumindest die kleineren Bahnhöfe sind nicht mehr mit Personal besetzt. Das bedeutet, dass man sich am Bahnsteig die Fahrkarte (plus das Ticket für die Fahrrad-Mitnahme) aus dem Automaten ziehen muss. Wer dies erstmalig versucht, sollte ein paar Minuten Zelt reservieren, bis man das System durchschaut hat. Aber selbst wenn man das "Aha-Erlebnis" hatte, kann es schwierig sein. Denn nicht selten akzeptieren die Automaten nur abgezähltes Geld. Wer das nicht hat, steigt schon mit dem schlechten Gefühl des Schwarzfahrens in den Zug. Dort gibt es ebenfalls Automaten. Wenn man Glück hat, kann man da auch mit einem Schein bezahlen und erhält dann die Tickets. Ansonsten sollte man schleunigst einen Schaffner suchen und nachlösen. Auf manchen Bahnhöfen, wie beispielsweise in Lissendorf, gibt es nicht einmal mehr Fahrkartenautomaten. Da ist man auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, dass wenigstens der Automat im Zug funktioniert.









