Nationalpark Eifel
Nationalpark?
Grundidee eines Nationalparks ist es, möglichst wenig in natürliche Abläufe einzugreifen. Die Natur soll quasi selbst entscheiden, wie sie sich entwickelt. Eine ungelenkte, "wilde" Natur findet man außerhalb der Parke so gut wie nicht mehr. Deshalb bieten Nationalparke ein besonderes Naturerlebnis. Als Urlaubsziele oder auch für Tagesausflüge werden sie zunehmend beliebter.
Als Nationalpark kommen nur große Flächen mit intakter Natur in Frage. Solche Flächen sind selten geworden. Umso wichtiger sind sie als Rückzugsräume für bedrohte Arten.
Deutschland hat 15 Nationalparke. Der Nationalpark Eifel ist der zweitjüngste und der bisher einzige Nationalpark in Nordrhein-Westfalen. Er ist auch der erste Nationalpark, in dem die für Westeuropa eigentlich typischen, atlantisch geprägten Buchenwälder großflächig geschützt werden.
Informationen zu Deutschlands Nationalparken gibt es hier:
Urwälder der Zukunft
Wo früher Bäume gefällt wurden, können sich im Nationalpark nun wieder "wilde" Wälder entwickeln. Auch abgestorbene Bäume werden nicht, wie in den meisten anderen Wäldern, entfernt. Der Anblick ist ungewohnt, aber dieses "der Natur überlassen" ist wichtig für die Entwicklung. Einige Tierarten sind auf Alt- und Totholz angewiesen.
Ohne menschliche Eingriffe wären ein Großteil unserer Wälder Buchenwälder. Tatsächlich wachsen bei uns - auch in Teilen des Nationalparks - viele Fichten und Douglasien, die hier eigentlich nicht heimisch sind. Im Nationalpark wird sich das auf die Dauer ändern. Die Buchen werden sich ihren Lebensraum zurückerobern. Aber nicht nur Buchen sind hier zu finden: über 230 gefährdete Tier- und Pflanzenarten gibt es im Nationalpark. Dazu gehören z.B. Wildkatzen, Biber und verschiedene Fledermausarten, aber auch seltene Pflanzen wie die Gelbe Wildnarzisse.
Vogelsang
Seit Anfang 2006 ist das zuvor militärisch genutzte Gelände rund um die "Burg" Vogelsang allgemein zugänglich. Das Gelände wurde von den Nationalsozialisten als Erziehungsstätte genutzt ; nach Ende des 2. Weltkrieges diente es erst als britische, dann als belgische Kaserne. Heute ist insbesondere das Forum Vogelsang Erinnerungsstätte, aber gleichzeitig auch Anlaufpunkt für Nationalpark-Touristen. In den Gebäuden finden Sie Informationen zur Geschichte, auch Führungen werden angeboten.
Mehr zu Vogelsang finden Sie hier:
Führungen und andere Angebote
Im Nationalpark selbst gibt es selbstverständlich auch diverse Angebote - die "Nationalpark-Ranger" bieten unterschiedliche Führungen an. Dabei sind nicht nur Gruppenangebote, sondern auch abgestimmte Führungen für Personen mit Kinderwagen, Senioren oder Menschen mit Behinderungen.
Eine Liste mit allen Angeboten, Treffpunkten etc. finden Sie auf der Homepage des Nationalparks:
Die "Nationalpark-Tore"
Ausführliche Informationen vor Ort bieten die "Nationalpark-Tore". Zur Zeit gibt es vier: in Schleiden-Gemünd, Heimbach, Monschau-Höfen und Rurberg. Weitere sind geplant; 2009 soll das Nationalpark-Tor Nideggen fertiggestellt werden.
Die "Nationalpark-Tore" bieten (bei freiem Eintritt) spannende Ausstelllungen rund um den Nationalpark. Dabei wird an jedem Standort ein anderes Thema behandelt, so dass sich der Besuch mehrerer Tore lohnt. Gleichzeitig dienen sie als Touristen-Info und idealer Ausgangspunkt für Touren in den Park.
Hin und zurück mit Bus & Bahn
Wer nicht mit dem PKW zum Naturerlebnis fahren möchte, kann Bus und Bahn nutzen. Einige Buslinien wurden gezielt für die Anbindung des Nationalparks eingerichtet:
- Nationalpark-Shuttle SB82
Kall - Gemünd - Vogelsang - Wasser-Linie 231
Heimbach (- Schwammenauel - Urfttalsperre) - Kloster Mariawald - Gemünd - Wildnis-Linie 63
Gemünd - Herhahn - Vogelsang - Einruhr - Simmerath - Wald-Linie 815
Monschau - Rohren - Gemünd - Kall
Diese Linien fahren bevorzugt am Wochenende. Wandervorschläge mit Anreisemöglichkeiten ab Köln, Bonn und Euskirchen finden Sie hier:









