Umsetzungsphase des neuen Forums Vogelsang startet
NRW Minister Voigtsberger startet Bauphase in Vogelsang
Pressemitteilung der Vogelsang ip gGmbH
14. Februar 2011 | Mit einer Kinoklappe startete NRW-Minister Harry K. Voigtsberger für Vogelsang am Sonntag, 13. Februar 2011, einen neuen Zeitabschnitt. Das Forum Vogelsang wird mit 42 Millionen Euro als Ausstellungs-, Kultur- und Bildungszentrum im Nationalpark Eifel fit gemacht.
Voigtsberger kam mit Vogelsang erstmals in seiner Funktion als Direktor des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR), heute größter Gesellschafter des Bauherren vogelsang ip gemeinnützige GmbH (kurz "vogelsang ip"), in Berührung: "Wir haben um die Zukunft Vogelsangs gerungen." Einerseits sei der kontrollierte Verfall, zum anderen die Chancen diskutiert worden. "Die Anlage mitten im Nationalpark Eifel muss mit einer NS-Dokumentation ein internationales Forum bieten, um an einem Täterort zu zeigen, wie Erziehung und Formierung im Nationalsozialismus funktionierten", erklärte der Minister vor über 300 Gästen aus Politik, Verwaltung und interessierter Öffentlichkeit. Zu Vogelsang gehöre passend zu seiner zentralen Lage ebenfalls eine Nationalparkausstellung. Bei der anschließenden Talkrunde anlässlich des Baustarts zeigten sich alle Gesellschafter der vogelsang ip in diesem Punkt einig.
Euskirchens Landrat Günter Rosenke, stellvertretend für die Gesellschafter der Förderempfänger für die Baumittel in Höhe von 35 Millionen Euro, sieht "Vogelsang auf einem sehr erfolgreichen Weg, mit seinen Zielen international und bundesweit wahrgenommen zu werden". Vogelsang hätte nur durch den Schulterschluss der Region und des LVR so weit kommen können.
"Die Menschen der Region haben Vogelsang seit Öffnung am 1. Januar 2006 für sich angenommen", betonte vogelsang ip-Aufsichtsratsvorsitzender Manfred Poth. Dies belegen die bisherigen Besucherzahlen. Im vergangenen Jahr 2010 kamen 27 Prozent der Gäste aus Fernzielen, 43 Prozent aus der Rheinschiene und 30 Prozent aus der Region, insgesamt über 200.000. In diesem Jahr wird der Millionste Gast erwartet. Alleine deshalb sei die vogelsang ip gut beraten, mit dem Vogelsang-Kino für die Bauphase ein Besucherzentrum und eine Aussichtsplattform zum Forum zu haben.
Für den Geschäftsführer der vogelsang ip, Albert Moritz, hatte Landrat Rosenke dann auch den genehmigten Bauantrag dabei, "ohne den dürfen Sie hier keinen Spaten in die Hand nehmen", so Rosenke.
Die Rolle des LVR als starker Partner der Region und Impulsgeber für das Programm beschrieb die Erste LVR-Landesrätin Renate Hötte: "Unsere vornehmste Aufgabe ist, das kulturelle Erbe des Rheinlandes zu wahren." Die Leitentscheidung des Landes NRW zu Vogelsang im Jahr 2006 sei Voraussetzung für den Einstieg gewesen. Vogelsang sei selbstverständlich Teil des LVR-Netzwerkes Kulturelles Erbe. Den an Vogelsang gestellten Anspruch, ein kulturelles und politisches Bildungsprogramm zu organisieren, sieht sie mit 2.000 Führungen und Workshops sowie 40.000 Teilnehmern alleine 2010 als "übererfüllt an. Es ist schön, einen so lebendigen Ort zu sehen, obwohl bisher vieles provisorisch ist." Die vogelsang ip wird das Programm auch während der Bauphase aufrecht erhalten.
Die Bezirksregierung Köln stellt eigens zwei Lehrerinnen bereit, um die NS-Geschichte der "Ordensburg" für den Schulunterricht fruchtbar zu machen. "Ein außerschulischer Lernort ist kein Selbstläufer", erläuterte Ulrike Schwarz, stellvertretende Regierungspräsidentin. Beispielsweise müssten didaktische Materialien entwickelt werden. Vogelsang selbst sei ein hervorragendes Anschauungsobjekt für NS-Architektur und Skulptur in einem selten zu findenden Erhaltungszustand, den es für die Zukunft zu wahren gelte.
Landrat Wolfgang Spelthahn hob für den Gesellschafter Kreis Düren hervor, dass "für Schulen aus unserem Kreis eigens ein Bustransfer nach Vogelsang eingerichtet worden sei, um den Lernort zugänglich zu machen". 300 Schulklassen pro Jahr nehmen Vogelsang bereits vor allem als Lernort wahr. Alleine 60 Prozent seien aus der Region, der Rest komme von Rheinschiene und Ruhrgebiet. Besonders erfreue ihn die internationale Begegnung 2011 zwischen einer Dürener Schule und zwei polnischen aus Zlocieniec, dem Standort der NS-Ordensburg Krössinsee.
Gemeinsam mit seinem Gesellschafter-Kollegen Karl-Heinz Lambertz, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgien, strich Spelthahn auch die touristischen Chancen Vogelsangs heraus. "Die Eifel zieht 41 Millionen Gäste an. Wir müssen über unser Kirchturmdenken hinauskommen, um dies wertschöpfend für die Region fruchtbar zu machen", so der Dürener Landrat. Das in Vogelsang zukünftig angesiedelte SchauFenster Eifel-Ardennen sei in diesem Sinne ein wichtiger symbolischer Akt. Daran anknüpfend formulierte Lambertz den grenzüberschreitenden Charakter Vogelsangs: "Hier lässt sich Zukunft gestalten im Sinne europäischer Werte und einer fortschreitenden grenzüberschreitenden Verflechtung."
Alle Beteiligten zeigten sich von der einmaligen 50er Jahre Innenarchitektur des Vogelsang-Kinos begeistert und freuten sich darauf, es als zentralen Tagungs- und Veranstaltungsort Ende 2011 wieder zu eröffnen. Zwei Millionen Euro werden investiert. Seine Atmosphäre bleibt unangetastet. In den Saal-Nebenräumen entstehen ein 280 Quadratmeter großes Foyer, eine 210 Quadratmeter große Gastronomie sowie Tagungs- und Büroräume. Im Rahmen der geführten Geländerundgänge wird das Kino ab Baubeginn nicht mehr besucht. Im Rahmen von speziellen "Baustellenführungen" werden - soweit vom Bauablauf her möglich - Einblicke in die Baumaßnahmen im Kino sowie in weitere Objekte im Gelände gegeben. Zahlreiche Gäste der Veranstaltung sahen sich die Räume noch einmal vor der Umbauphase an.
Pressemitteilung 15. Juli 2010
(v.l.n.r.) Manfred Poth, Milena Karabaic,Thomas Fischer-Reinbach, Iris Poth, Johannes Bortlisz-Dickhoff, Albert Moritz
Pressemitteilung der Vogelsang ip gGmbH
15. Juli 2010 | Die Lust, endlich die Ärmel aufkrempeln zu können, war bei allen Beteiligten spürbar. "Der jetzt erteilte vorzeitige Maßnahmebeginn ist für uns der Start in die Umsetzungsphase des neuen Forum Vogelsang. Jetzt können wir das Projekt offensiv voran treiben", meinte Johannes Bortlisz-Dickhoff, der Aufsichtsratsvorsitzende der vogelsang ip gemeinnützige GmbH anlässlich der heutigen Pressekonferenz.
Grund zur Freude war reichlich vorhanden: Am 7. Juli hat die Bezirksregierung Köln auf Erlass der beteiligten Landesministerien dem Kreis Euskirchen als Förderempfänger mitgeteilt, dass das Projekt zur baulichen Umgestaltung des "Forum Vogelsang" förderunschädlich gestartet werden darf. Gleichzeitig wurde die formelle Bewilligung einer ersten Teilsumme an Landes-, Bundes- und Europa-Fördermitteln im Rahmen der Städtebauförderung 2010 für die nächsten Monate in Aussicht gestellt. Als Voraussetzung hierfür wird zur Zeit noch einmal der angemeldete Gesamtkostenrahmen von 35 Mio. Euro überprüft.
Die vogelsang ip gemeinnützige GmbH mit ihrem Geschäftsführer Albert Moritz an der Spitze wird für den Kreis Euskirchen die Planung und Realisierung des Forum Vogelsang durchführen und verantworten. Geschaffen werden soll ein neues Besucherzentrum mitten im "Adlerhof", adäquate Ausstellungsräume für die NS-Dokumentation und die Nationalparkausstellung, ein großzügiger Seminar- und Tagungsbereich, eine Panoramagastronomie mit großer Außenterrasse, ein attraktiver Außenaufzug zum "Eifelblick" auf dem Turm sowie eine Aufwertung der Freiflächen rund um den Gebäudekomplex.
"Ich persönlich habe keinen Zweifel, dass das Vogelsang-Team diese Herkulesaufgabe genauso professionell bewältigen wird wie bisher alle Aufgaben an diesem Standort", sprach Manfred Poth für den Kreis Euskirchen seine Zuversicht über das Gelingen des Projekts aus. Er richtete seinen Dank ausdrücklich an die Landesministerien sowie die Bezirksregierung für ihre konsequente Unterstützung in dem nicht immer einfachen Förderdschungel. Insbesondere angesichts der aktuellen Haushaltslage des Landes und des Bundes wisse er dies sehr zu schätzen. "Der jetzt ausgesprochene 'vorzeitige Maßnahmebeginn' gibt uns die Möglichkeit, die auf Basis des Internationalen Architekturwettbewerbs 2008 bereits erarbeiteten Vorplanungen baureif zu machen und nach Vorliegen der Förderbescheide umzusetzen. Ich rechne mit einer Fertigstellung im Jahre 2014".
Für den Gesellschafter Landschaftsverband Rheinland bestätigte LVR-Dezernentin Kultur und Umwelt Milena Karabaic: "Für uns als LVR ist das Forum Vogelsang vor allem wegen der geplanten NS-Dokumentation und des 'SchauFenster Eifel-Ardennen' ein wichtiger Partner in unserem 'LVR Netzwerk Kultur'." Das jetzt startende Sanierungs- und Umbauprojekt ist laut Karabaic wesentliche Voraussetzung für die anstehenden Ausstellungsprojekte mit ihrem klaren Bildungsauftrag. Die Nationalparkausstellung, deren Förderung bereits seit mehreren Monaten gesichert ist, bezog sie hierbei ausdrücklich mit ein.
Geschäftsführer Albert Moritz treiben in diesen Tagen näher liegende Dinge um: "Parallel zu der Bauplanung müssen wir im kommenden Jahr einen kompletten Umzug auf dem Gelände organisieren. Schließlich sollen unsere Besucherinnen und Besucher unsere Angebote ja auch während der Bauzeit finden und annehmen!" Deshalb ist in den beantragten Fördermitteln auch die Herrichtung des belgischen Kinos als vorübergehendes Besucherzentrum für die jetzt provisorisch am "Adlerhof" untergebrachten Einrichtungen Besucherinfo, Gastronomie, Seminarräume und Verwaltung vorgesehen. "Es wird vor allem für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter drei Jahre lang recht beengt werden, aber wir sind Provisorien ja seit 2006 gewöhnt und haben trotzdem bisher über 750.000 Gäste hier empfangen", sagt er nicht ohne Stolz. "Für die Gäste wird es auch während der Bauzeit des Forums einen uneingeschränkten Geländezugang sowie einen Full-Service geben. Es lohnt sich für die Besucher, wiederzukommen." Dass die aktiven Baustellenbereiche aus Sicherheitsgründen gesperrt sein werden, versteht sich von selbst.
Damit die Besucherinnen und Besucher Vogelsangs trotz der Bauarbeiten am neuen Forum den Ausblick genießen und die Baustelle beobachten können, plant vogelsang ip zur Saison 2011 im Rahmen des Projekts die Einrichtung einer Aussichtsplattform auf der Felsformation oberhalb des "Adlerhofs" - ähnlich wie während der Bauarbeiten am Potsdamer Platz in Berlin. In den 'ip.news' als halbjährlich aktualisierter Bauzeitung sowie bei speziellen Baustellenführungen werden zudem ständig aktuelle Informationen über den Baufortschritt zu erhalten sein.
Doch bevor die ersten Bagger anrollen können, sind jetzt zunächst dringend Baufachleute gefragt: zusätzlich zu den schon beauftragten Wettbewerbsarchitekten (Mola Winkelmüller Architekten und sinai. Faust. Schroll. Schwarz, beide aus Berlin) werden in Kürze die Projektsteuerung sowie diverse Fachplanungen ausgeschrieben. Allein die Ausschreibungsverfahren - teils nach europäischem Recht - werden Monate in Anspruch nehmen. "Ein Projekt von rd. 35 Millionen Euro hat eben eine europäische Dimension. Die Region wird in den kommenden Jahren erheblich von den Investitionsgeldern profitieren. Die öffentlichen Gelder am Standort Vogelsang werden auch weiteres privates Geld nach sich ziehen", war sich Thomas Fischer-Reinbach, Geschäftsführer der Standortentwicklungsgesellschaft, sehr sicher. Ohne die konkrete Entwicklungsperspektive für das Forum Vogelsang hätte sich wohl kaum eine Nutzungsidee wie jüngst für Van Dooren aufgetan.
"Es wird eine spannende Zeit werden. Nun arbeiten wir aktiv daran, bald den ersten formellen Bewilligungsbescheid aus Düsseldorf zu erhalten", fasste Manfred Poth die Aufbruchstimmung abschließend zusammen.
Pressekontakt: Klaus Ring, vogelsang ip gemeinnützige GmbH, Telefon: (02444) 91 579 16; eMail: klaus.ring@vogelsang-ip.de




