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Rubrikillustration Tourismus
Karte - Euskirchen

Vierte Sitzung des Fachbeirats im Zusammenhang mit der "Herbstakademie 2004" am 30. November 2004 in Nettersheim

Unter Moderation von Prof. Kunibert Wachten, RWTH Aachen, Berater der Euregionale 2008, hat vor allem der Workshop am 29.11. in Nettersheim positive Ergebnisse gebracht: Zum einen konnten etliche Streitpunkte zwischen Förderverein und Lenkungsgruppe Konversion diskutiert und teilweise beigelegt werden, zum anderen hat vor allem die "Studentische Zukunftswerkstatt Vogelsang" mit Studierenden aus 6 europäischen Ländern viele interessante neue Sichten auf den Standort eröffnet, die dem Prozess einen Entwicklungsschub geben können.

Eine der wesentlichen Erkenntnisse der bisherigen Fachforen ist das Fehlen einer Gesamtaussage zum Projekt Vogelsang. Die bislang diskutierten Nutzungsvorschläge berücksichtigen die Wirkungsaussage des Komplexes nicht ausreichend und konzentrieren sich auf - zum Teil widersprüchliche - Teilnutzungen von Gebäuden. Eben so wenig gibt es bisher überzeugende Ansätze zum Umgang mit der Architektur in ihrer Gesamtheit. Auch hier gilt: Außerhalb des Denkmalschutzes darf nicht ein Potpourri aus unterschiedlichen architektonischen Lösungen für neu zu gestaltende Teile entstehen.

Daraus resultiert der Vorschlag, einen internationalen Wettbewerb zur Gestaltungsaussage und baulich-historischen Interpretation Vogelsangs auszuschreiben. Dazu ist es notwendig, die Rahmenbedingungen festzulegen, wie z.B. die vorgesehenen Kernnutzungen, die Auflagen des Denkmalschutzes oder Einschränkungen durch den Nachweis der Nationalparkverträglichkeit. In einer zweiten Phase sollen dann Konkretisierungen für einzelne Bausteine des Gesamtprojektes erfolgen, z.B. für die Gastronomie oder die musealen Ausstellungen. Erst danach kann über räumliche Zuordnungen der einzelnen Nutzungen entschieden werden und die konkrete Bauplanung beginnen.

Im Workshop am 29.11. wurde sehr klar herausgearbeitet, dass es bisher auch zur Wechselbeziehung der einzelnen geplanten Ausstellungen auf Vogelsang keine belastbaren Aussagen gibt. So ist der Entwicklungsstand der einzelnen Projekte sehr unterschiedlich: Während das Konzept für die NS-Dokumentation sich nahezu in Antragsreife befindet, ist die regionalgeschichtliche Ausstellung - eben wegen der bisherigen Unsicherheit hinsichtlich der Anforderungen der Euregionale - nur bis zur Ideenskizze gereift. Die geplante Nationalparkausstellung hingegen ist überhaupt noch nicht bearbeitet.

Im Sinne der Einheitlichkeit des Projektes, aber auch der geforderten hohen Qualitäts-Standards, scheint es wesentlich, die drei Ausstellungsprojekte integrativ zu verzahnen. Es existieren inhaltliche Bezüge nicht nur zwischen der Geschichtsausstellung und der NS-Dokumentation, sondern auch, vielleicht noch stärker und offensichtlicher, zwischen Naturkunde und Kulturgeschichte des Eifel-Ardennen-Raumes. Hier wäre sogar ein gemeinsames Oberthema für die Ausstellungen denkbar, etwa zur Entwicklung der Landschaft und ihrer Menschen in den letzten 2000 Jahren.

Es soll möglichst zeitnah ein Treffen zwischen den Kernbeteiligten der drei Ausstellungsvorhaben auf Vogelsang organisiert werden, in der eine inhaltliche Annäherung an ein mögliches Gesamtausstellungskonzept und ein Generalthema versucht werden soll. In der Folge könnten in dieser Koordinierungsgruppe auch die nachgeordneten Fragen nach einem möglichen gemeinsam zu nutzenden Wechselausstellungsbereich, einer abgestimmten Ausstellungsgestaltung und einer organisatorischen Zusammenarbeit diskutiert werden. Der Zeitrahmen ist Juni 2005, dann sollten die Ergebnisse als Rahmenbedingung in den Wettbewerb eingespeist werden.

Die Arbeitsgruppe "Regionalgeschichte", erweitert durch zuusätzliche Fachleute im Rahmen der Kooptierung, wird sich in einer intensiven Planungsphase mit der Weiterentwicklung der Ideenskizze beschäftigen, damit diese eine vergleichbare Antragsreife erreicht wie das Konzept zur NS-Dokumentation und ggf. noch 2005 im Rahmen des Euregionale 2008-Prozesses gelabelt werden kann.

Zu den Inhalten des mit den Mitgliedern der Arbeitsgruppe NS-Dokumentation innerhalb des Fachbeirats abgestimmten Förderungsantrages gibt es nur wenige Änderungswünsche, die im Konsens eingearbeitet werden. Der Antrag soll informell an das Land NRW gehen, um auszuloten, wann der richtige Zeitpunkt zur offiziellen Abgabe ist.