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Rubrikillustration Umwelt
Karte - Euskirchen

Biodiversität - Countdown 2010

Unter dem Titel "Countdown 2010 - Aktionen zur Biodiversität" will der Kreis verschiedene Akteure zusammenbringen, die sich mit unterschiedlichen Projekten für den Erhalt der Artenvielfalt in der Region einsetzen.

Hintergrund

Es lässt sich kaum abschätzen, wie viele Tier- und Pflanzenarten, die einmal die Erde bevölkert haben, bereits ausgestorben sind. Sicher ist jedoch, dass die Zahl der Arten - die Artenvielfalt (Biodiversität) - zurückgeht, oft fast vor unserer Nase und dennoch unbemerkt von der Allgemeinheit.

Wer weiß schon, wie viele Käferarten, wie viele unterschiedliche Schmetterlinge, wie viele verschiedene Blumen es auf einer Wiese gibt? Im Rahmen der Initiative "Countdown 2010" sollen auch im Kreis Euskirchen Aktionen zur Erhaltung der Biodiversität stattfinden.

Aktionen zur Biodiversität - Wer kann sich beteiligen?

Grundsätzlich kann sich jeder einbringen. Vom Kreis gezielt angesprochen wurden natürlich die Naturschutzgruppierungen, aber auch z.B. Schulen und engagierte Einzelpersonen. Auch Vereine oder Gruppen ohne formalen Status können sich beteiligen. Wer eine Aktionsidee hat, aber noch Partner sucht, oder keine Idee hat, sich aber gerne engagieren möchte, ist ebenfalls eingeladen, sich zu beteiligen.

Workshop "Aktionen zur Biodiversität" am 9.2.

Am 09. Februar fand in der Kreisverwaltung ein Workshop statt, bei dem Ideen für Projekte zur Biodiversität und für eine Präsentation beim "Tag der Parke" am 25. Mai auf Vogelsang gesammelt wurden.

Den "Bericht" zum Workshop und die ersten Projektideen finden Sie hier:

Welche Aktionen wären denkbar?

Die mögliche Spannbreite ist groß - vom Aufstellen von Nistkästen bis zum umfangreichen Bildungsangebot. Einige Beispiele:

  • Organisation einer Pflanzentauschbörse für Hobbygärtner
  • Organisation von Exkursionen zum Thema mit kundigen Führern
  • Untersuchung von lokalen Bächen und Flüssen, z.B. Gewässergüte-Untersuchung, Kartierung von Einleitungen oder Ufergestaltungen, und Dokumentation
  • Naturnahe Gestaltung von eigenem Gelände (z.B. Randbereich eines Sportplatzes, Teil des Schul-Pausenhofs, ...), ggf. gezielt als Anlaufstelle für bestimmte Arten
  • Kartierung eines bestimmten Geländes (auch in Ortschaften!) nach Nistmöglichkeiten z.B. für Schwalben, Mauersegler, etc.
  • Öffnung von Kirchtürmen für Fledermäuse
  • Artenvielfalt am Schulweg - was wächst denn da?
  • Gestaltung von Grünflächen im Hinblick auf Artenvielfalt
  • Bau von Trockenmauern
  • Information über/Förderung von "alten" Pflanzen- und Tierarten (z.B. "alte" Apfelsorten oder Nutztierrassen)
  • Gestaltungs von Lebensräumen im Dorf (Wegränder, Hecken, kleine Freiflächen) im Hinblick auf Artenvielfalt
  • Unterhaltung von Streuobstwiesen
  • Bau von Nistkästen
  • Bestandsaufnahme heimischer Wildtiere / -Pflanzen
  • Recherche zu traditionellen Kulturpflanzen / Haus- und Nutztieren in der Region
  • ...

Je nach Akteur - z.B. Kommune, Schule, Naturschutzgruppe - sind die Möglichkeiten selbstverständlich sehr unterschiedlich. Aber vielleicht finden sich ja auch mögliche gemeinsame Projekte? Der Workshop am 9.2. soll unter anderem dazu dienen, Kontakte zwischen den verschiedenen Akteuren herzustellen, um gemeinsame Aktionen zu ermöglichen.

Das "Countdown 2010"-Projekt im größeren Rahmen

Deutschland ist Gastgeber der neunten UN-Naturschutz-Konferenz. Vom 19. bis 30. Mai 2008 werden etwa 5000 Regierungsvertreter aus aller Welt in Bonn zusammenkommen. Sie werden die Ergebnisse ihrer bisherigen Bemühungen zum Schutz der biologischen Vielfalt vorstellen und über weitere Maßnahmen beraten.

Die UN-Naturschutzkonferenz ist das politische Gremium zum "Übereinkommen über die biologische Vielfalt". Dieses Abkommen ist 1992 beim Erdgipfel in Rio de Janeiro geschlossen worden. 189 Staaten und die Europäische Union (EU) haben es unterzeichnet. Grundlage des Übereinkommens ist die Einsicht, dass der Schutz der biologischen Vielfalt ein Anliegen der gesamten Menschheit ist.

Die neunte UN-Naturschutzkonferenz ist das letzte Treffen der Vertragsstaaten vor einem entscheidenden Datum: Bis 2010 will die Weltgemeinschaft den Verlust der biologischen Vielfalt entscheidend begrenzen. So haben es die Staats- und Regierungschefs beschlossen, die 2002 zum Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung nach Johannesburg gereist waren.

Mit dem internationalen Projekt "Countdown 2010" soll dazu ein wesentlicher Beitrag geleistet werden. Dabei sollen lokale Akteure sich jeweils "vor ihrer Haustür" engagieren, denn nur mit politischen Entscheidungen und langwierigen Diskussionen ist der Verlust der Artenvielfalt nicht zu stoppen. Das Land NRW ist im November 2007 dem "Countdown 2010"-Projekt offiziell beigetreten.

Weitere Infos (Links)


"Biowiki" der Deutschen Umwelthilfe:
www.biodiversitaet.info
Hier finden sich in einer Art Lexikon jede Menge Informationen rund um die Biodiversität. Auf einer Sonderseite sind Unterrichtsmaterialien bzw. Links zu Seiten mit den entsprechenden Informationen zusammengestellt. Jeder kann die Informationen mit eigenem Wissen ergänzen.

Bundesumweltministerium:
www.bmu.de
Verschiedene Infos rund um Naturschutz und Biologische Vielfalt

Umweltministerium NRW:
www.munlv.nrw.de
"Bündnis für die Natur"

"Netzwerk Biodiversität":
www.biodiv-network.de
Informationen über UN-Naturschutzkonferenz, das internaltionale Übereinkommen zur biologischen Vielfalt und Vorstellung von Biodiversitäts-Projekten

Bundesamt für Naturschutz:
www.bfn.de

"Countdown 2010" international:
www.countdown2010.net
englischsprachige Seite zum internationalen Countdown2010-Prozess