Haupttext | Hauptmenü | Untermenü | Infoboxen


Rubrikillustration Umwelt
Karte - Euskirchen

Hochwasser im Kreis Euskirchen

Wo im Kreis Euskirchen sind die hochwassergefährdeten Gebiete? Was kann ich als Hausbesitzer oder als Bauherr bei der Planung tun, um mich möglichst vor Hochwasserschäden zu schützen?

Pressemitteilung "Nach dem Hochwasser am 21. Juli in Mechernich - Unwetter-Soforthilfe bis zu 5.000 Euro"

Das Land NRW hilft Unwetter-Opfern aus Mechernich nach dem Unwetter vom 21. Juli. Sowohl Privathaushalte wie auch gewerbliche bzw. landwirtschaftliche Betriebe können Geld erhalten: Privatpersonen bis zu 2.500 Euro, Betriebe 5.000 Euro. Damit soll den betroffenen Menschen schnell und unbürokratisch geholfen werden. Wichtig: Die Anträge müssen bis zum 16. September 2016 vorliegen!

"Bei uns stehen die Telefone nicht mehr still", sagte Landrat Günter Rosenke bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz im Kreishaus. Gestern hatte das NRW-Innenministerium bekannt gegeben, dass auch Hochwasseropfer aus dem Kreis Euskirchen vom Nothilfefonds des Landes profitieren. Allerdings: Es gibt erstens nur Geld für Betroffene aus dem Stadtgebiet Mechernich, und das Geld fließt zweitens nur, wenn es um Schäden aus dem Unwetter am 21. Juli 2016 geht. "Das ist so vom Innenministerium festgelegt worden, wir im Kreis Euskirchen haben da leider keinerlei Ermessensspielraum", so der Landrat, der vor allem bedauert, dass die betroffenen Menschen im Zülpicher Stadtgebiet in Schwerfen und Sinzenich leer ausgehen. Er wolle sich aber gemeinsam mit der Zülpicher Stadtspitze weiterhin für ein Umdenken analog Mechernich einsetzen.

Mechernichs Bürgermeister Hans-Peter Schick geht davon aus, dass etwa 110 bis 120 Privathaushalte sowie etwa zehn bis 15 Gewerbebetriebe eine finanzielle Unterstützung bekommen könnten. "Darüber bin ich sehr dankbar", sagte das Stadtoberhaupt. Er hatte sich im Vorfeld ebenso wie der Landrat hartnäckig für die Soforthilfen eingesetzt. "Am 21. Juli sind an der Messstation in Mechernich-Strempt 92,3 Liter Regen pro Quadratmeter in eineinhalb Stunden gefallen", so Dr. Schick. Diese gewaltige Menge und die hohe Zahl von über 500 Feuerwehreinsätzen hat letztlich zu einem Umdenken beim Land geführt." Natürlich könne man mit 2.500 Euro keinen kompletten Haushalt ersetzen, "aber wir sind froh, dass wir beim Land NRW etwas bewegen konnten und unsere Bürger eine Unterstützung beantragen können."

Für die betroffenen Haushalte in Mechernich hat das Land zunächst 150.000 Euro zur Verfügung gestellt, eine Aufstockung auf 250.000 Euro ist je nach Bedarf möglich. Die Kreisverwaltung wird nach der Antragsgenehmigung keinen Bescheid erteilen, sondern das Geld direkt auszahlen.

Der Ablauf sieht folgendermaßen aus: Die Anträge stehen seit heute auf den Homepages des Kreises Euskirchen (www.kreis-euskirchen.de) und der Stadt Mechernich (www.mechernich.de) zum Download bereit, können aber auch in Papierform bei den Verwaltungen abgeholt werden. Die ausgefüllten und unterschriebenen Anträge werden bei der Stadtverwaltung Mechernich eingereicht und geprüft und dann zur weiteren Bearbeitung an die Kreisverwaltung weitergeleitet. Wer Fragen hat: Tel. 02251 / 15-125 (Frank Fritze, Karin Recker) oder soforthilfe-starkregen@kreis-euskirchen.de.

Ausreichend für die Gewährung der Soforthilfen ist die Versicherung der Begünstigten, dass Schäden in Höhe von mindestens 5.000 Euro bei Privathaushalten oder von mindestens 10.000 Euro bei Kleingewerbebetrieben und landwirtschaftlichen Betrieben entstanden sind, eine Versicherung des Schadensfalles nicht möglich war und die Mittel zur Schadensbeseitigung verwendet werden.

Die Höhe der Soforthilfe für Privathaushalte beläuft sich je nach Haushaltsgröße als Festbetrag auf 1.000 bis 2.500 Euro (Ein- bis Zwei-Personen-Haushalt: 1.000 Euro; je weitere Person: 500 Euro; maximal: 2.500 Euro). Dabei werden nur Personen berücksichtigt, die am Ort des Hochwassers mit Hauptwohnsitz gemeldet sind. Die Soforthilfe für Kleingewerbebetriebe und landwirtschaftliche Betriebe beträgt als Festbetrag 5.000 Euro. Die Soforthilfen des Landes sind zurückzuzahlen, wenn die Schäden zu einem späteren Zeitpunkt durch Versicherungsleistungen abgedeckt werden. Auf die Gewährung von Soforthilfe besteht kein Rechtsanspruch.

Anträge auf Gewährung einer Soforthilfe

Die ausgefüllten Anträge sind bitte direkt bei der Stadt Mechernich einzureichen!

Allgemeines

Im Kreis Euskirchen liegen die hochwasser- gefährdeten Gebiete vor allem an den großen Gewässern, d.h.: Erft, Swist, Veybach, Bleibach, Rotbach, Vlattener Bach, Neffelbach, Urft, Olef, Reifferscheider Bach, Kyll. Die Über- schwemmungsgebiete werden zur Zeit neu überrechnet und förmlich festgesetzt. Für die Ahr, die Erft, den Bleibach und den Rotbach liegen die aktuell überrechneten Überschwemmungsgebiete vor. Die Karten stehen unten auf dieser Seite zum Download zur Verfügung.

Achtung: es handelt sich um berechnete Gebiete, d.h. theoretisch ermittelte Bereiche. Wenn Sie außerhalb der gekennzeichneten Gebiete wohnen, sind Sie deshalb nicht sicher vor Hochwasser geschützt.

Jedes Gewässer kann bei Unwetter zum reißenden Fluss werden!

Die Darstellung der Überschwemmungsgebiete in den Karten dient vor allem als Orientierung. Wenn Sie genau wissen wollen, ob ihr Gebäude im Überschwemmungs- gebiet liegt, fragen Sie bei der Wasserbehörde nach. Dort kann der jeweilige Einzelfall anhand geplotteter Karten im Maßstab 1:5.000 überprüft werden.

Ihre Ansprechpartner bei der Wasserbehörde sind:

Hochwasserschutzfibeln

Der beste Hochwasserschutz ist natürlich das Bauen außerhalb der Überschwemmungsgebiete. Da das nicht immer in Frage kommt, gibt das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung eine "Hochwasserschutzfibel" heraus. Die Fibeln von 2010, 2005 und 2003 stehen hier zum Download zur Verfügung:

Da die Hochwasserschutzfibeln nicht nur aktualisiert werden, sondern auch ihre Schwerpunkte unterschiedlich setzen, lohnt es sich, auch einen Blick in die älteren Versionen zu werfen.

Die aktuelle Version kann auch beim Ministerium (www.bmvbs.de) im Bereich Service/Publikationen in Papierform bestellt werden.

 

Genehmigungspflichtige Maßnahmen

In festgesetzten Überschwemmungsgebieten und in Gebieten nach § 112 Abs. 4 sind folgende Maßnahmen genehmigungspflichtig:

  1. das Erhöhen oder Vertiefen der Erdoberfläche,
  2. das Errichten und Ändern von Anlagen,
  3. das Lagern oder Ablagern von Stoffen,
  4. das Lagern, Umschlagen, Abfüllen, Herstellen, Behandeln und jede sonstige Verwendung von wassergefährdenden Stoffen bis auf den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln im Rahmen der guten fachlichen Praxis nach Maßgabe des landwirtschaftlichen Fachrechts,
  5. die Anpflanzung von Sträuchern und Bäumen.

Für den Antrag auf eine entsprechende Genehmigung finden Sie unten eine Checkliste und das Formblatt "Auskunft zur hochwasserangepassten Bauausführung", das Bestandteil des Antrags ist.

Umbruch von Grünland

Der Umbruch von Grünland in Ackerland ist in festgesetzten Überschwemmungsgebieten und in Gebieten nach § 112 Abs. 4 verboten. Die Untere Wasserbehörde kann von einem Verbot eine widerrufliche Befreiung erteilen, wenn:

  1. der bezweckte Schutz durch die Maßnahme nicht gefährdet wird oder
  2. das Verbot im Einzelfall zu einer unbilligen Härte führt.

Bau und Betrieb von Anlagen (z.B. Ölheizung)

Achtung beim Bau und beim Betrieb von nachfolgend genannten Anlagen in festgesetzten Überschwemmungsgebieten und in Gebieten nach § 112 Abs. 4:

  1. Ölheizungsanlagen sind hochwassersicher zu errichten und zu betreiben,
  2. Anlagen zur Wasserversorgung sind entsprechend den allgemein anerkannten Regeln der Technik hochwassersicher zu errichten und zu betreiben, so dass die Anforderungen der Trinkwasserverordnung gesichert eingehalten werden,
  3. Anlagen zur Abwasserbeseitigung sind entsprechend den allgemein anerkannten Regeln der Technik hochwassersicher zu errichten und zu betreiben.

Achtung: beim Betrieb vorhandener Anlagen in festgesetzten Überschwemmungsgebieten und in Gebieten nach § 112 Abs. 4 ist folgendes zu beachten:

  1. vorhandene Ölheizungsanlagen sind bis zum 31.12.2021 hochwassersicher nachzurüsten, 
  2. vorhandene Anlagen zur Wasserversorgung sind bis zum 31.12.2016 hochwassersicher nachzurüsten, 
  3. vorhandene Anlagen zur Abwasserbeseitigung bis zum 31.12.2016 hochwassersicher nachzurüsten.

Gesetzliche Grundlagen

Gesetzliche Grundlage ist das

Wassergesetz für das Land Nordrhein-Westfalen
Landeswassergesetz - LWG -

insbesondere

§ 113 LWG- Festgesetzte Überschwemmungsgebiete
§ 112 LWG- Festsetzungen von Überschwemmungsgebieten.

Hochwassergefahrenkarten - Grundsätzliches

 

Zwei Bilder, links überflutete Straße, rechts das selbe Gelände ohne Wasser links: Hochwasser im August 2002 - rechts: das selbe Gelände einen Tag später Großbildansicht

 

Hochwassergefahrenkarten gibt es zur Zeit für

  • Ahr
  • Erft
  • Rotbach
  • Veybach

 In den Karten werden drei Varianten eines Hochwassers dargestellt.

  • Lastfall grün: erste Schäden
    Bei diesem Hochwasser ist mit ersten Schäden in den Ortslagen zu rechnen. Es wird für jedes Gewässer individuell festgelegt.
    An der Erft ist es z.B. ein 20-jährliches Hochwasser - das bedeutet, es tritt statistisch alle 20 Jahre auf - an der Ahr ist es ein 50-jährliches Hochwasser.
    In einigen Bereichen an der Erft und am Veybach treten keine Schäden auf, in diesem Fall fehlt die Karte.
  • Lastfall blau: 100-jährliches Hochwasser
    Dieses Hochwasser dient meist als Grundlage für die Berechnung von Hochwasserschutzmaßnahmen. Es tritt statistisch alle 100 Jahre einmal auf.
  • Lastfall rot: Extremhochwasser
    Beim Extremhochwasser geht man davon aus, dass Hochwasserschutzanlagen - zum Beispiel Rückhaltebecken - überlastet sind.

Die Karten sind in Bereiche unterteilt; in der Übersichtskarte können Sie erkennen, wo die Bereiche liegen.

Die Karten stehen hier öffentlich zur Verfügung, damit jeder sein Hochwasser-Risiko einschätzen kann. Bitte beachten Sie:

  • Mit dem Wissen über Ihr persönliches Hochwasser-Risiko sind Sie aufgefordert, eventuell erforderliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen.
  • Halten Sie Überschwemmungsflächen frei, um die Hochwassergefahr nicht zu verschärfen.
  • Betreiben Sie Hochwasserschutz an Ihrem Haus.
  • Lagern Sie keine wassergefährdenen Stoffe - wie z.B. Öl -  im Überschwemmungsgebiet oder sichern Sie diese besonders.
  • Für Hochwasser-Schutzmaßnahmen auf Grundstücken im Überschwemmungsgebiet brauchen Sie eine wasserrechtliche Genehmigung.

 

Hochwassergefahrenkarten für die Ahr zum Herunterladen

Hochwassergefahrenkarten für die Erft zum Herunterladen

Für das 20-jährliche Hochwasser gibt es nur für einige Abschnitte der Erft Karten. In den nicht aufgeführten Bereichen treten keine Schäden auf.

Hochwassergefahrenkarten für den Rotbach zum Herunterladen

Hochwassergefahrenkarten für den Veybach zum Herunterladen

Im Veybach umfasst der Lastfall grün verschieden häufige Hochwässer. In den Bereichen 02 uund 05 liegt für diesen Lastfall keine Karte vor, da hier nicht mit Schäden zu rechnen ist.

Überschwemmunsgebiete - Karten zum Herunterladen

Im Gegensatz zu den Hochwassergefahrenkarten sind die Karten der Überschwemmungsgebiete rechtlich verbindlich.

 



Überschwemmungsgebiete:


Infoboxen

Fragen? Diese Mitarbeiter helfen Ihnen gerne weiter: