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Rubrikillustration Wirtschaft
Karte - Euskirchen

Exporeal 2009

Rekordbeteiligung: 23 Aussteller nutzten vom 5. bis 7. Oktober die wichtigste Fachmesse für Gewerbeimmobilien als ideale Plattform für Unternehmens- und Regionalmarketing. Unter dem Motto "Exzellent in..." präsentierten die Unternehmen gemeinsam mit den Städten und Kreisen Immobilenprojekte, Dienstleistungen und den Standort auf dem Gemeinschaftsstand "1aachen" in München.
"Auch in konjunkturell schweren Zeiten ist München der Marktplatz für Wirtschaftsstandorte und Immobilienentwickler. Nur hier können in so kurzer Zeit so viele Kontakte geknüpft werden". Fritz Rötting, IHK-Geschäftsführer und Organisator des Messeauftritts.

AZ Redakteur Robert Esser fing die Stimmung ein. Dass die Expo dieses Jahr um rund 15 Prozent geschrumpft ist, weil sich vor allem die Global Player aus der Golfregion, aus Russland und den USA krisengeschwächt rar machen, fiel am Stand "1aachen" kaum ins Gewicht. Rund 90 Immobilienfachleute und die erste politische Garde der Aachener Region freuten sich unter Federführung der Industrie- und Handelskammer (IHK) über herausragen-des Interesse an ihren sogenannten Leuchtturm-Projekten. Zum Beispiel RWTH-Campus-Managerin Martina Mainz: "Pünktlich zur Expo ist die Investoren-Auswahl im EU-Amtsblatt veröffentlicht worden. Das Interesse auswärtiger Geldgeber und Unternehmer am Wissen-schaftsstandort Aachen ist größer denn je", sagt sie. Am 18. Februar will NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers zum ersten Spatenstich am Campus Melaten kommen. Nach München hat er seinen Bauminister Lutz Lienenkämper geschickt.

Am "1aachen"-Stand präsentiert sich die ganze Drei-Länder-Region. Hier erinnert Heerlens Bürgermeister Toine Gresel den christdemokratischen NRW-Bauminister daran, dass man auf niederländischer Seite bereits 45 Millionen Euro ins IC-Schienennetz gesteckt habe und man nun von NRW 19 Millionen Euro Anschlussfinanzierung über das Gewerbegebiet Avan-tis nach Aachen erwarte. "Ich komme von der Wiesn", antwortet Lienenkämper, "meine Ta-schen sind leer."

So leicht lässt sich ein anderer Niederländer nicht abspeisen: Euregionale-Geschäftsführer Henk Vos warb um Unterstützung bei der Bewerbung zur Internationalen Gartenbau Ausstellung (IGA) gegen den Mitbewerber Berlin ein. 2017 soll das Gartenkunst-Spektakel in Aachen ausgerichtet werden. Der Heinsberger Landrat Stephan Pusch trommelt für Hightech-Firmen der Energiewirtschaft, die den Job-Motor der alten Zechen-Region schon kräftig angekurbelt haben.

Noch gigantischer als IGA und RWTH-Campus sind die Ausmaße des Projekts Indeland, für das Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn mit einer ganzen Riege eigens angereiste Bürgermeister aus Jülich, Aldenhoven, Niederzier etc. warb: Auf 250 Hektar soll ein Gewerbe- und Freizeitpark nach dem Ende der Tagebau-Ära "die Kohle" in die 110.000-Einwohneregion holen.

Gemeinsam und im Schulterschluss: "Nur so können wir die Herausforderungen bewältigen", betonte Aachens künftiger Oberbürgermeister Marcel Philipp in München. Und der ebenso gerade erst gewählte Städteregionsrat Helmut Etschenberg fügte hinzu, dass die Signale der Immobilienwelt auf der Expo durchaus ermutigend seien. "Auf diesen Auftritt kann man stolz sein." IHK-Geschäftsführer Fritz Rötting zieht eine entsprechend positive Bilanz: "In unserer Region steckt so viel Potenzial, das überregional und international Interesse weckt."
Die Resonanz auf der Expo in München habe dies nun zum wiederholten Mal bewiesen, resümiert IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Drewes. Das Maß für Investoren sei nach dem Oktoberfest trotz Krise noch lange nicht voll - davon waren in München viele Fachleute überzeugt.