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Kreis Euskirchen

Neue Wildbrethygiene

Für Jäger in NRW  gibt es Neuerungen im Lebensmittelhygienerecht. Alle Jäger, die Wild abgeben, ob in der Decke, aus der Decke an den Endverbraucher oder an den Einzelhandel, müssen sich nach dem EU-Recht richten.

Seit August 2007 gilt die nationale "Verordnung zur Durchführung von Vorschriften des gemeinschaftlichen Lebensmittelhygienerechts" für alle Jäger, die Wild abgeben. In dieser Verordnung sind die gemeinschaftlichen EU-Lebensmittelhygienevorschriften für Deutschland direkt umgesetzt worden. 

Es werden vier Arten der Abgabe unterschieden:

  1. Verwertung im eigenen Haushalt
  2. Abgabe kleiner Mengen Wild (= in der Decke)
  3. Abgabe kleiner Mengen Wild aus der Decke geschlagen
  4. Abgabe an Wildbearbeitungsbetriebe

Abhängig vom Weg der Abgabe ergeben sich verschieden Auflagen, die in folgender Tabelle zusammengefasst sind:


Arten der Abgabe


Registrierung


Schulung erforderlich?


Wildursprungs-Bescheinigung


1.


nein


nein


nein


2.


empfohlen


ja


empfohlen


3.


ja


ja


ja


4.


ja


ja


ja

Für die Registrierung reicht ein Telefax oder ein Brief an das für den Wohnort des Jägers zuständige Veterinäramt, dem die Kopie der Teilnahmebescheinigung an einer entsprechenden Schulungsveranstaltung beigefügt ist.

Für Schalenwild sind im Laufe des Jahres 2008 in Nordrhein-Westfalen so genannte Wildursprungsscheine und Wildmarken eingeführt worden, welche von  "kundigen" Personen ausgefüllt und angebracht werden müssen. Das für das Revier zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt gibt diese Marken und Wildursprungsscheine an die Jagdausübungsberechtigten gegen Kostenersatz ab.

Als kundige Person kann sich jeder bezeichnen, der an einer von den Kreisjägerschaften angebotenen entsprechenden Schulungen teilgenommen hat.

Trichinenprobenentnahme:

Die Neuerungen im Lebensmittelhygienerecht ermöglichen nunmehr eine Übertragung der Trichinenprobenentnahme auf alle Jäger. Die Zuständigkeit für diese Entscheidung liegt bei der Veterinärbehörde, in deren Bereich der Jäger seinen Hauptwohnsitz hat. Voraussetzung ist der Besuch der Schulung zur "kundigen" Person und ein gültiger Jahresjagdschein. Mit den entsprechenden Nachweisen kann der Jäger bei dem zuständigen Veterinäramt die Erlaubnis zur Trichinenprobenentnahme schriftlich beantragen.

Im  Kreis Euskirchen ist der Antrag auf Übertragung der Entnahme von Proben zur Untersuchung auf Trichinen an folgende Adresse zu richten:

Kreis Euskirchen

Abteilung für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung
Jülicher Ring 32
53879 Euskirchen

Fax - Nr.: 02251/15-555

Tel. - Nr.: 02251/15-253

Soweit die Berechtigung zur Probennahme erteilt wurde, können die Trichinenproben zusammen mit dem Wildursprungsschein (komplett) in die im Kreisgebiet aufgestellten Sammelbehälter zur Untersuchung eingeworfen werden.  Sollte das Widbrett in einem Revier außerhalb des Kreises Euskirchen erlegt worden sein, kann die Trichinenproben wahlweise auch dort zur Untersuchung abgegeben werden; in diesem Fall muss jedoch die Erlaubnis zur Trichinenprobennahme vorgelegt werden. 

Verteilung der Ausfertigungen des Wildursprungsscheines nach Eintrag der Untersuchungsstelle:

  1. Original  => verbleibt beim Veterinäramt
  2. Durchschlag => Abnehmer des Wildbrets
  3. Durchschlag => evt. 2. Abnehmer des Wildbrets
  4. Durchschlag => für Jagdausübungsberechtigten (2 Jahre aufbewahren!)

Für weiter Auskünfte steht Ihnen die Abteilung für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung gerne zur Verfügung.

Die Wildursprungsscheine und Wildmarken können während der üblichen Dienstzeiten bei der Abt. 39: Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung, Zimmer C018, nach Vorlage einer Bestellung – soweit der Jagdausübungsberechtigte verhindert ist - nur gegen Barzahlung abgeholt werden.

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