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Kreis Euskirchen

Gleichstellung

Die Gleichstellungsbeauftragte

Die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Euskirchen: Astrid Günther | Foto: © Kreismedienzentrum

Die Gleichstellungsbeauftragte im Kreis Euskirchen

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ (Grundgesetz, Artikel 3, Absatz 2)

Im Grundgesetz ist sie verankert: die Umsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in allen Lebensbereichen. Nach dem Landesgleichgestellungsgesetz (LGG) ist es Pflichtaufgabe aller Kommunen, Frauen zu fördern und den die bestehenden Benachteiligungen von Frauen abzubauen.

Seit dem 16.01.2019 ist Astrid Günther die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Euskirchen. Sie unterstützt die Kreisverwaltung bei der Erfüllung des Verfassungsauftrags.

Die Gleichstellungsbeauftragte wirkt innerhalb der Kreisverwaltung an allen Verwaltungsentscheidungen mit, die gleichstellungsrelevant sind. Das sind  z.B. konkrete Personal- und Organisationsmaßnahmen (Stellenausschreibungen und –besetzungen, frauenspezifische Fortbildungen) und das Thema Vereinbarkeit Familie und Beruf. Sie wirkt außerdem wesentlich mit bei der Erstellung und Umsetzung des Gleichstellungsplans.

Die Gleichstellungsbeauftragte engagiert sich über diesen verwaltungsinternen Auftrag hinaus für

die Menschen im Kreis Euskirchen bei den Themen Geschlechtergerechtigkeit, Abbau von Benachteiligungen von Frauen und Mädchen im Berufsleben, gendergerechte Erziehung, Frauen in der Politik und in Führungsebenen, Gewalt an Frauen, Männern und Kindern und beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Die Gleichstellungsbeauftragte arbeitet zu diesen Themen in internen und externen Arbeitskreisen und Netzwerke z.B.:

Aktuelles

Vielfältiges digitales Fortbildungsangebot - Runder Tisch gegen häusliche Gewalt

Eine herausfordernde Zeit liegt bereits hinter uns und wir befinden uns immer noch mittendrin.

Das Orga-Team des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt hat deshalb für Sie einen vielfältigen digitalen Fortbildungsherbst zusammengestellt:

⦁ der Anregungen gibt, welche Handlungsspielräume es bei Traumata gibt
⦁ der Wege aufzeigt, mit dem Zwiespalt von Anspruch an Sorge für andere und der Verantwortung zur Selbstfürsorge konstruktiv umzugehen 
⦁ der inspiriert, sich mit eigenen Rollen auseinanderzusetzen
⦁ der Entwicklungen verdeutlicht und Perspektiven eröffnet
⦁ der Antwort gibt auf Fragen zu den Auswirkungen von Corona im Kontext häuslicher Gewalt.

Sie sind eingeladen, sich informieren und stärken zu lassen, indem Sie an allen oder einzelnen dieser Angebote teilnehmen.

Alle weiteren Informationen zur Anmeldung finden Sie im beigefügten Flyer.


Rote Bänke an der Kreisverwaltung Euskirchen

Die Roten Bänke wollen Aufmerksamkeit für das Thema häusliche Gewalt an Frauen schaffen.

Ursprünglich stammt diese Idee aus Italien. 2016 wurde in Perugia „la pancchina rossa“, eine Rote Bank auf einem öffentlichen Platz aufgestellt, um deutlich zu machen, dass Gewalt an Frauen ein Thema ist, das aus der Tabuzone heraus in die Öffentlichkeit gehört.

Die rote Farbe der Bänke verweist auf das Blut, das von Frauen vergossen wurde. Denn häusliche Gewalt findet teilweise subtil, aber häufig auch sehr brutal statt. Die Bänke sind darüber hinaus Zeichen, dass Plätze frei bleiben, wenn Frauen Opfer häuslicher Gewalt werden.

Auch im Kreis Euskirchen ist häusliche Gewalt gegen Frauen ein großes Thema, betont Astrid Günther, die Initiatorin der Roten Bänke, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Euskirchen und Mitglied im Organisationsteam des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt. 

Die Polizeistatistik für Euskirchen, so Anton Dickopp, Kriminalhauptkommissar in der Kriminalprävention der Kreispolizeibehörde des Kreises Euskirchen, weist im Zeitraum Januar bis September 2021 180 Fälle von Polizeieinsätzen bei häuslicher Gewalt im Vergleich zu 149 Fällen im gleichen Zeitraum 2020 aus. Die Steigerung zeigte sich besonders deutlich während des zweiten Lockdowns von Januar bis April 2021. Ellen Mende von der Frauenberatungsstelle bestätigt ebenfalls einen gesteigerten Beratungsbedarf von Gewalt betroffener Frauen.

Räumliche Enge während der Corona-Krise, Arbeitsplatzverlust und vielfältige psychische Belastungen wirken dabei als gewaltfördernde Faktoren. Hierauf weist auch Frau Prof. Steinert von der TU München hin, die am 25.11.2021 in der Fortbildungsreihe des Runden Tisches gegen häusliche Gewalt einen Online-Vortrag über Ihre Forschungsergebnisse zum Thema „Corona und häusliche Gewalt“ hält. 

Die Roten Bänke machen deutlich: häusliche Gewalt mag im Verborgenen geschehen, aber sie geht uns alle an. Es ist Aufgabe der Gesellschaft, zukünftige Gewalttaten zu verhindern, hinzuschauen und das Schweigen zu brechen. Es soll deshalb auch Platz genommen werden auf den Bänken, um ein Zeichen der Verantwortungsübernahme zu setzen.

Gestaltet wurden die Roten Bänke von Bewohnerinnen des Schutzhauses für Frauen mit ihren Kindern, die Ihre Gedanken und Gefühle visualisierten. Bei der Umsetzung wurden Sie von den Mitarbeiterinnen des Schutzhauses und vom Malermeister des BZE, Marco Matheis, unterstützt. Der Entstehungsprozess der Roten Bänke wurde dabei von einem Filmteam begleitet. Auf den Bänken wird nach Fertigstellung des Films ein QR-Code angebracht, der unmittelbar zu diesem Film verlinkt und so eine Verbindung zu den Opfern häuslicher Gewalt schafft, die ihre Erfahrungen verarbeiten und mit den Roten Bänken an uns appellieren, keine Gewalt stillschweigend zuzulassen. 

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Projektarbeit „Frauen in Führungspositionen“

Projektarbeit „Frauen in Führungspositionen“

Zehn Inspektorenanwärter*innen (6 Frauen, 4 Männer) der Kreisverwaltung Euskirchen und der Stadt Euskirchen, der Stadt Bad Münstereifel, der Stadt Zülpich und der Gemeinde Nettersheim im zweiten Studienjahr an der Hochschule für Polizei und Verwaltung haben sich entschlossen, dem Thema „Frauen in Führungspositionen“ ihre Projektarbeit zu widmen. Betreut wurden die Projektarbeit von Astrid Günther, der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Euskirchen.
Zunächst einmal analysierten die Studierenden den Ist-Stand in allen kreisangehörigen Kommunen: Wieviele Frauen sind in Führungspositionen beschäftigt? Auf welchen Führungsebenen sind Frauen (gut)vertreten? Wie werden Frauen in den Verwaltungen gefördert und ermutigt?
In einem nächsten Schritt stellten die Studierenden einen Online-Fragebogen für weibliche Führungskräfte und Frauen, die gerne Führungsaufgaben übernehmen möchten, zur Verfügung, um zu ermitteln, was hat Frauen auf ihrem Weg in Leitungsaufgaben gestärkt und was hätten sie sich anders gewünscht. 79 Frauen haben sich an dieser Umfrage beteiligt. Ergänzt wurde diese Abfrage durch 13 qualifizierte Interviews, die mit Frauen in Führungspositionen der unterschiedlichen Führungsebenen geführt wurden. Abschließend haben die Inspektorenanwärter*innen gut realisierbare Handlungsempfehlungen für die Verwaltungen entwickelt, die Sie unten einsehen können. Die Studierenden sind überzeugt: Mit der Umsetzung dieser Handlungsempfehlungen lassen sich die Rahmenbedingungen für Frauen in den kommunalen Verwaltungen nachhaltig positiv beeinflussen. 

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Geschlechtergerechte Sprache

Die Sprache ist Ausdruck von Wertschätzung und sie ist maßgeblich dafür entscheidend, ob Menschen sich angesprochen und mitgenommen fühlen.

Die Verwendung einer geschlechtergerechten Sprache ist daher ein berechtigter Anspruch, um die soziale Wirklichkeit in unserer Gesellschaft korrekt abzubilden.

Das Landesgleichstellungsgesetz NRW gibt in § 4 sogar vor, dass in der in der internen und externen dienstlichen Kommunikation einer Verwaltung verbindlich die sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern zu beachten ist.

Um Unsicherheiten entgegenzuwirken und Hilfestellung anzubieten, gibt die Gleichstellungsbeauftragte aktuell einen Flyer heraus, der Hinweise enthält, warum geschlechtergerechte Sprache bedeutsam ist und der an konkreten Beispielen aufzeigt, wie geschlechtergerechte Sprache praktisch umzusetzen ist.

Die aufmerksame und geschlechtergerechte Nutzung der Sprache wird mit regelmäßiger Übung immer selbstverständlicher. Es gilt also: dran bleiben!


Logo Frauenwahlrecht im Kreis Euskirchen

Rückblick Ausstellung 100 Jahre Frauenwahlrecht im Kreis Euskirchen

„Das hätte ich jetzt nicht gedacht!“ Die Teilnehmerinnen der Maßnahme „Perspektive für Flüchtlinge“ des BZE in Euskirchen staunten, dass es „erst“ seit 100 Jahren das Frauenwahlrecht in Deutschland gibt. Das hatten sie anders vermutet. Die Frauen aus Russland, Pakistan und dem Iran, die im Oktober die Ausstellung „100 Jahre Frauenwahlrecht im Kreis Euskirchen“ besuchten, waren davon ausgegangen, dass Frauen hier schon viel länger dieses Recht besitzen. Ihre eigenen Erfahrungen mit den Beteiligungsrechten von Frauen in der Politik waren sehr unterschiedlich und so ergaben sich während sie die Ausstellung im Foyer des Kreishauses besuchten angeregte Gespräche miteinander. Die weiblichen Flüchtlinge waren erneut überrascht, als sie hörten, dass Frauen in Deutschland zwar bereits seit 100 Jahren wählen dürfen, dass sie bis heute allerdings in keinem demokratisch gewählten Parlament gleichberechtigt vertreten sind. Auf diese aktuelle Problematik ging Astrid Günther, die Gleichstellungsbeauftragte der Kreisverwaltung Euskirchen, die die Exponate der Geschichtswerkstatt Würselen für den Ausstellungszeitraum ins Foyer des Kreishauses geholt hatte, in der von 120 Interessierten gut besuchten Eröffnungsveranstaltung am 17.10.2019 ein.

Im Bundestag sind lediglich 30,7% der Abgeordneten weiblich. Im Landtag NRW sind es bereits weniger, 27,6% und im Kreistag in Euskirchen sind es gerade mal 19,6%. Dies bemerkte auch Landrat Günther Rosenke in seinem Grußwort.

Warum ist das so?

Astrid Günther erläuterte, dass aktuelle Forschungen belegen, dass es nicht daran liegt, dass Frauen keine Lust hätten, sich politisch zu engagieren. Entscheidend dafür, dass Frauen in der Kommunalpolitik mitwirken, sind die Rahmenbedingungen. Um Frauen gleichermaßen in der Politik zu beteiligen müssen politische Ämter mit familiären Verpflichtungen vereinbar sein. Es braucht dafür gute Rahmenbedingungen z.B. die Veränderung von Sitzungszeiten, passende Kinderbetreuungsangebote, Vertretungsregelegungen oder zum Beispiel digitale Tools als familiengerechte und zeitbudgetschonende Partizipationswege. Astrid Günther erklärte, dass die Parteien wesentlich gefragt sind. Wenn sie ihre parteiinterne Organisationskultur tatsächlich an beiden Geschlechtern ausrichten, können sie die die Aufstiegschancen und Partizipationsmöglichkeiten von Frauen maßgeblich positiv beeinflussen.

In Brandenburg und Thüringen gibt es darüber hinaus bereits Paritätsgesetze, die bei den Landtagswahlen Anwendung finden. Die Parteien müssen dann im Reißverschlussprinzip gleich viele Frauen und Männer aufstellen. Für NRW gibt es aktuell ebenfalls einen entsprechenden Gesetzentwurf.

Unabhängig von gesetzlichen Vorgaben, steht es den Parteien im Kreis Euskirchen selbstverständlich frei, auch schon für die Kommunalwahl 2020, ihre Listenplätze paritätisch zu besetzen, betonte Astrid Günther.

Neben diesen aktuellen Forderungen würdigte die Eröffnungsveranstaltung auch das Engagement der Frauen, die die Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren erst ermöglicht hatten. Silke Tamm-Kanj, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Würselen, und Ingeborg Meyer, Leiterin der Schauspielschule Aachen,  hatten in ihrer szenischen Lesung dazu allerhand Kurioses beizutragen. Frau Dr. Gabriele Rünger, Leiterin des Stadtarchivs Euskirchen, wusste zu berichten, dass die politische Beteiligung von Frauen vor 100 Jahren in Euskirchen vorwiegend darin bestand, dem politisch aktiven Mann den Rücken freizuhalten und für ihn zu sorgen. Historische Dokumente belegten dies zum Vergnügen der Anwesenden sehr anschaulich. Musikalisch begleitet wurde die Eröffnungsveranstaltung durch sorgsam ausgewählte Stücke vom Chor Herztöne unter Leitung von Anita Wagener.

Nicht nur die Teilnehmerinnen der „Perspektive für Flüchtlinge“ auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten während der Öffnungszeiten des Kreishauses die Möglichkeit, sich mit den Exponaten der Ausstellung an eine Zeit zu erinnern, in der,  Frauen noch für das Recht zu wählen, kämpfen mussten.

Kontakt

Frau Astrid Günther
Gleichstellungsbeauftragte

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Nailis Grafik
  • D. Berens, Kreismedienzentrum Euskirchen
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  • Medienzentrum, Dagmar Berens
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