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Kreis Euskirchen

Schutz wildlebender heimischer Tiere und Pflanzen

Allgemeines

Der Artenschutz ist ein wichtiger Aspekt des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Durch artenschutzrechtliche Bestimmungen sind die meisten heimischen Tier- und Pflanzenarten sowie deren Lebensräume und Zufluchtsstätten geschützt. Besonders geschützte Tiere dürfen nicht gefangen und nicht getötet werden, ihre Nester, Eier oder Wohnstätten nicht zerstört beziehungsweise gestört werden. Maßnahmen, die zu einer Beeinträchtigung von Tieren und Pflanzen führen, bedürfen einer ausdrücklichen Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde. Das gilt zum Beispiel für die Entfernung von Hornissen- oder Schwalbennestern.

Artenschutz bei Neubau, Umbau oder Abbruch von Gebäuden

Auch bei Bauprojekten müssen die Vorschriften zum Schutz heimischer Tier- und Pflanzenarten beachtet werden. Im Wesentlichen unterliegen alle europäischen Vogel- und Fledermausarten, Amphibien, Reptilien und Bilche den Vorschriften zum Artenschutz. Dabei sind nicht nur die Tiere selbst, sondern auch deren Lebensstätten geschützt.

Es ist daher sicherzustellen, dass geschützte Tiere durch das Bauvorhaben nicht verletzt oder getötet werden und dass deren Fortpflanzungs- und Ruhestätten nicht zerstört werden.

Weitere Informationen zu gebäudebewohnenden Arten finden Sie in der folgenden Linksammlung:

Bienen, Wespen, Hornissen, Hummeln

Hornissen, Hummeln sowie alle Wildbienen stehen unter besonderem Artenschutz. Maßnahmen an deren Nestern dürfen nur in Ausnahmefällen erfolgen und erfordern immer eine Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde.

Sollte die Beseitigung eines Nestes unvermeidlich sein, ist die umweltfreundlichste Methode die Umsiedlung der Tiere. Fachgerechte Nestumsiedlungen nehmen Imker, Naturschutzverbände sowie darauf spezialisierte Fachfirmen vor. 

Nur in wirklichen Notfällen (echte Insektengiftallergie, Nest in Wohnräumen von Kleinkindern oder Kranken) und wenn eine Umsetzung technisch nicht möglich ist, kann nach Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde eine Abtötung vorgenommen werden.

Frau Friederike Zahn
Herr Dr. Harald Groß

Nist- und Brutstättenschutz

Zum Schutz von Nist-, Brut-, Wohn- und Zufluchtsstätten verschiedener Tierarten, insbesondere der heimischen Vogelwelt, ist es vom 1. März bis 30. September eines jeden Jahres verboten, Hecken, Wallhecken, Gebüsche sowie Röhricht- und Schilfbestände zu roden, abzuschneiden oder zu zerstören.

Schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen können hingegen das ganze Jahr über ohne eine Genehmigung durchgeführt werden. Sie sollten dabei aber darauf achten, dass bei diesen Arbeiten nicht gegen das Zugriffsverbot des § 44 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 BNatSchG verstoßen wird. Das heißt, durch die Arbeiten dürfen Tiere der besonders geschützten Arten weder verletzt oder getötet, sie erheblich während ihrer Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderzeit gestört oder ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten zerstört werden.

Gerade bei alten Bäumen ist deshalb vor der Durchführung von Pflegemaßnahmen besondere Vorsicht geboten. Diese sind aufgrund ihrer fortgeschrittenen ökologischen Entwicklung für viele Arten als Lebensraum besonders geeignet. Baumhöhlen, Spalten und Risse in Stamm und Rinde können beispielsweise ein Hinweis für das Vorkommen von höhlenbrütenden Vögeln, Fledermäusen oder seltenen Insekten sein.

Verstöße können mit hohen Geldbußen geahndet werden.

Bei der Gehölzpflege ist ferner auf einen sach- und fachgerechten Schnitt zu achten.

Feldhamster in der Zülpicher Börde

Der Feldhamster (Cricetus cricetus) war bis in der 1970er Jahre hinein in der Zülpicher Börde weit verbreitet. Im Jahr 1992 wurde er aufgrund des starken Bestandsrückgangs in den Anhang IV der FFH-Richtlinie aufgenommen. Damit gehört die Art zu den europaweit bedrohten, streng zu schützenden Tierarten. Seit 1999 gilt er nach der Roten Liste NRW als "vom Aussterben bedroht".

Aufruf zur Hilfe!

Wenn Sie Beobachtungen zu Feldhamstervorkommen (lebendes Tier, Totfund, Hamsterbau) gemacht haben oder machen, dann melden Sie uns diese bitte. Jeder Hinweis - auch aus den letzten fünf Jahren - kann von Bedeutung sein und zum Schutz dieser vom Aussterben bedrohten Tierart beitragen.

Wir nehmen Ihren Hinweis gerne entgegen:

Frau Rita Budde
Teamleitung
Frau Friederike Zahn
Biologische Station im Kreis Euskirchen e. V.

Feldvögel und andere gefährdete Arten in der Zülpicher Börde

Viele ehemals verbreitete Arten in der Zülpicher Börde sind inzwischen selten geworden oder gar vom Aussterben bedroht. 

Die Umsetzung von Schutzmaßnahmen in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft bietet eine Chance den Lebensraum und den Bestand verschiedener Tierarten wie Feldlerche, Grauammer, Rohrweihe, Rebhuhn, Feldhamster, Feldhase und Knoblauchkröte zu erhalten und zu fördern.

Fundort-Kataster für Tiere im Kreis Euskirchen

Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Euskirchen führt ein Fundort-Kataster, in das regelmäßig neue Daten erfasster Tierarten eingepflegt werden. Für die Artenerfassung im Kreis Euskirchen wurde ein Standard in Form einer vorformatierten Datenstruktur entwickelt.

Diese Datenstruktur steht als Geodatabase (für ArcGIS-Nutzer) und als Shapefile zum Download zur Verfügung, mitsamt Benutzungshinweisen und Einverständniserklärung zur weiteren Verwendung der Daten in der Unteren Naturschutzbehörde (siehe unten).

Die Datenstruktur ist für ehrenamtliche Tierart-Erfassungen sowie für sämtliche Erhebungen im Rahmen von Umweltprüfungen und -planungen geeignet. 

Die übermittelten Daten dienen als Datengrundlage für kreisweite naturschutzfachliche Aufgaben. Ehrenamtliche, Vorhabensträger/-innen und Gutachter/-innen erleichtern mit der Verwendung der Datenstruktur und anschließender Übersendung der aufgenommen Fundort-Daten die Einpflege in die Datenbank des Kreises Euskirchen.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

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