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Kreis Euskirchen

Private Abwasserbeseitigung

Für die meisten Haushalte findet die Abwasserbeseitigung über die Kanalisation statt. Wer nicht an einen Kanal angeschlossen ist oder das Niederschlagswasser auf dem eigenen Grundstück beseitigt, muss bestimmte Vorgaben beachten.

Allgemeines

In Wohnungen fällt Schmutzwasser an. In der Toilette, im Bad, in der Küche, durch den Betrieb einer Waschmaschine und beim Putzen wird Wasser durch menschlichen Gebrauch organisch und chemisch verunreinigt und damit zu Abwasser. Schmutzwasser muss umweltverträglich entsorgt, d.h. gereinigt und dem natürlichen Wasserkreislauf wieder zugeführt werden.

Auf den befestigten Grundstücksflächen (Dach, Wege-, Hof- und Terrassenflächen) fällt Niederschlagswasser an, das ebenfalls umweltverträglich beseitigt werden muss. Für eine optimale Schmutzwasserbeseitigung kommen andere Verfahren zur Anwendung, als für eine umweltfreundliche Niederschlagswasserbeseitigung.

Schmutz- und Niederschlagswasser gelten allgemein als Abwasser.

Abwasserbeseitigungspflichtig sind grundsätzlich die Städte und Gemeinden.

Aus diesem Grund ist es ratsam, bei entsprechenden Vorhaben zunächst immer erst mit der örtlich zuständigen Stadt-/ Gemeindeverwaltung Kontakt aufzunehmen.


Grundstückseigene Schmutzwasserbeseitigung

Steht eine Kanalisation zur Schmutzwasserbeseitigung nicht oder noch nicht zur Verfügung, kann ein Grundstück nur bebaut werden, wenn eine grundstückseigene Schmutzwasserbeseitigungsanlage (private Kleinkläranlage) errichtet und betrieben wird. Folgende Anlagen kommen unter Berücksichtigung der örtlichen Grundstücksverhältnisse in Betracht:

  • Dreikammer-Grube mit vollbiologischer Reinigung und Einleitung in ein Gewässer oder in das Grundwasser
  • Dreikammer-Grube mit Pflanzkläranlage oder Teichkläranlage und Einleitung in ein Gewässer oder in das Grundwasser
  • Geschlossene Schmutzwasser-Sammelgrube mit regelmäßiger Entleerung durch die Stadt/Gemeinde

Die grundstückseigenen Kleinkläranlagen  sind in den DIN 4261 und DIN EN 12566 genormt. Diese technischen Regeln müssen bei der Planung zugrunde gelegt werden.

Die Errichtung einer Schmutzwasserbeseitigungsanlage sowie die Einleitung der gereinigten Schmutzwässer in ein oberirdisches Gewässer oder das Grundwasser (Gewässerbenutzung) ist genehmigungs- bzw. erlaubnispflichtig. Die Genehmigung und die Erlaubnis können zusammengefasst bei der Unteren Wasserbehörde der Kreisverwaltung Euskirchen beantragt werden. Eine frühzeitige Abstimmung mit der Behörde ist auch hier anzuraten.


Grundstückseigene Niederschlagswasserbeseitigung

Für das auf Wohngrundstücken anfallende Niederschlagswasser (Regenwasser) kommen bei der dezentralen (grundstückseigenen) Beseitigung unter anderem folgende Anlagen in Frage:

  • Flächenversickerung über "belebte Bodenzone"
  • Muldenversickerung über "belebte Bodenzone"
  • Mulden-Rigolenversickerung
  • Rigolen-/ Rohrrigolenversickerung
  • Schachtversickerung
  • Einleitung in einen Bachlauf

Die Reihenfolge der Versickerungsarten von oben nach unten ist gleichwohl auch eine ökologische Rangfolge. Die mit Mikroorganismen "belebte" Bodenzone besitzt ein gutes Reinigungsvermögen, so dass die im Niederschlagswasser in relativ geringer Menge enthaltenen Schmutzstoffe zurückgehalten und biologisch abgebaut werden können. Aus ökologischen Erwägungen sollte der Sickerschacht nur dann vorgesehen werden, wenn absolut keine Alternative möglich ist. 

Die "ungezielte Einleitung" von Niederschlagswasser über die "belebte Bodenzone" in den Untergrund stellt keine Gewässerbenutzung im wasserrechtlichen Sinne dar. Eine wasserrechtliche Erlaubnis ist folglich für die Flächenversickerung nicht erforderlich. In den anderen Fällen ist rechtzeitig ein wasserrechtlicher Erlaubnisantrag bei der Unteren Wasserbehörde zu stellen. Bei den erlaubnispflichtigen Versickerungsanlagen muss ein Nachweis über die Eignung des Untergrundes Bestandteil des wasserrechtlichen Erlaubnisantrags sein. Die zuständige Untere Wasserbehörde bei der Kreisverwaltung berät Sie gern.

Unabhängig davon, wie das Niederschlagswasser auf dem Grundstück beseitigt wird, ist es erforderlich, dass die örtliche Stadt/Gemeinde eine Freistellung vom Kanalanschuss ausspricht. Es wird empfohlen, dies vorab abzuklären.


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Ihr Ansprechpartner

Herr Wolfgang Blottko
Frau Marie-Luise Lehner
Frau Karin Recker

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