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Kreis Euskirchen

Heizölverbraucheranlagen

Ab sofort müssen auch kleinere Heizöltankanlagen von einem zugelassenen Sachverständigen geprüft werden. Aber auch nicht prüfpflichtige Tankanlagen bergen Gefahren, die Sie kennen und beachten sollten. Hier erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Gesichtspunkte.



Umwelt schützen - Ölschäden verhüten - GELD SPAREN!

Jährlich ereignen sich im Kreis Euskirchen mehrere Ölunfälle bei privaten Heizöltankanlagen mit Schadens­summen bis zu mehreren 10.000 EUR.

Neben dem finanziellen Schaden können mit solchen Unfällen Gefahren für eine Verunreinigung von Boden und Grundwasser entstehen. Nicht zuletzt ist ein Heizölschaden im Haus oder Keller mit viel Schmutz und erheblichem Gestank verbunden.

Bei vielen Heizanlagen wurden in den letzten Jahren Heizkessel und Brenner modernisiert. Die Öltanks jedoch befinden sich häufig noch in ihrem Ursprungszustand.

Treten unglückliche Umstände ein (z. B. Leckagen, Fehl­verhalten von Betreiber oder Heizöllieferant), kann schnell aus einer lauernden Gefahr ein konkreter Ölunfall mit unliebsamen Folgen werden.

Das heißt für Sie:

Auch ein Heizöltank mit seinen einzelnen Bauteilen, wie z.B. Auffangwanne, Überfüllsicherung oder Leckanzeiger, muss regelmäßig von einem Fachbetrieb gewartet werden.

Lassen Sie Ihren Heizöltank - auch wenn Ihre Tankanlage keiner gesetzlichen Prüfpflicht unterliegen sollte - regelmäßig von einem Fachbetrieb warten und gegebenenfalls von einem Sachverständigen prüfen!

Welche Prüfpflichten sind zu beachten?

Folgende Regelungen gelten für die Prüfpflicht von Heizöltanks durch einen unabhängigen, zugelassenen Sach­verständigen:

Wenn sich Ihr Grundstück in einem Wasserschutzgebiet (Zone I, II, III oder IIIA) und/oder Überschwemmungsgebiet befindet, dann müssen:

    • unterirdische (im Erdreich eingebaute) Heizöltanks vor Inbetriebnahme und anschließend alle 2,5 Jahre geprüft werden.
    • oberirdische Heizöltanks (z.B. Tanks, die im Keller aufgestellt sind), wenn mehr als 1.000 Liter gelagert werden können, vor Inbetriebnahme und anschließend alle 5 Jahre geprüft werden.

Für alle anderen Grundstücke gilt:

    • Unterirdische (im Erdreich eingebaute) Heizöltanks müssen vor Inbetriebnahme und anschließend alle 5 Jahre geprüft werden.
    • Oberirdische Heizöltanks (z.B. Tanks, die im Keller aufgestellt sind) , wenn mehr als 10.000 Liter gelagert werden können, müssen vor Inbetriebnahme und anschließend alle 5 Jahre geprüft werden.

Sofern Sie beabsichtigen Ihre Heizölanlage stillzulegen, beachten Sie bitte folgendes:

    • Unterirdische Heizöltanks müssen immer durch einen Fachbetrieb stillgelegt und von einem zugelassenen Sachverständigen abgenommen werden
    • Oberirdische Anlagen müssen ab 1.000 Liter innerhalb einer festgesetzten Schutzzone und ab 10.000 Liter außerhalb einer festgesetzten Schutzzone durch einen Fachbetrieb stillgelegt  und durch einen zugelassenen Sachverständigen abgenommen werden.

Tipps für Heizölverbraucher

    1. Lassen Sie bei doppelwandigen Tanks mindestens einmal jährlich die Funktion des Leckanzeigegerätes durch einen zugelassenen Fachbetrieb nach § 62 WHG überprüfen. Bei einwandigen Tanks kontrollieren Sie den Auffangraum mindestens vierteljährlich sowie nach jeder Tankbefüllung durch Inaugenscheinnahme.
    2. Stellen Sie sicher, dass beim Befüllen Ihres Tanks Entlüftungsstutzen und soweit möglich der Tank beobachtet werden, damit eventuell austretendes Öl sofort entdeckt wird.
    3. Lassen Sie Grenzwertgeber, die vor 1984 eingebaut wurden, austauschen - die heutigen Geräte sind konstruktiv verbessert und bieten mehr Funktionssicherheit.
    4. Lassen Sie die Rücklaufleitung vom Ölbrenner zum Tank stilllegen und die Ölzufuhr auf "Einstrangsystem" umbauen. Liegt der maximal zulässige Flüssigkeitsspiegel im Tank höher als Ihre Saugleitung, sollte ein Heberschutzventil eingebaut werden. Dies ist sicherer.
    5. Lassen Sie einwandige Stahlblechbatterietanks (nichtbegehbare Stahlbehälter) möglichst bald gegen Kunststofftanks austauschen - eine Sanierung lohnt sich in aller Regel nicht!
    6. Lassen Sie bei einwandigen Tanks bei der nächsten Tankreinigung (spätestens alle 5–10 Jahre) durch einen Fachbetrieb prüfen, ob der Auffangraum noch dicht ist. Undichte Auffangräume bieten keinen Gewässer- und Bodenschutz!
    7. Bei Arbeiten an Heizöltankanlagen wenden Sie sich stets an einen zugelassenen Fachbetrieb (nach § 62 Wasserhaushaltsgesetz) bzw. schließen Sie einen Wartungsvertrag ab, wenn Sie nicht selbst sachkundig sind.
    8. Prüfen Sie, ob Sie ausreichenden Versicherungsschutz haben.
    9. Melden Sie einen Ölunfall unverzüglich der örtlichen Ordnungsbehörde, damit notwendige Gegenmaßnahmen sofort eingeleitet werden können. Die Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde sind bei Schadensfällen jederzeit (auch außerhalb der Dienstzeit) über die Rettungsleitstelle des Kreises Euskirchen erreichbar.

Heizölverbraucheranlagen im Überschwemmungs- / Risikogebiet

(1) Die Errichtung neuer Heizölverbraucheranlagen in festgesetzten und vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebieten ist verboten. Die zuständige Behörde kann auf Antrag Ausnahmen von dem Verbot nach Satz 1 zulassen, wenn keine anderen weniger wassergefährdenden Energieträger zu wirtschaftlich vertretbaren Kosten zur Verfügung stehen und die Heizölverbraucheranlage hochwassersicher errichtet wird.

(2) Die Errichtung neuer Heizölverbraucheranlagen in Gebieten nach § 78b Absatz 1 Satz 1 ist verboten, wenn andere weniger wassergefährdende Energieträger zu wirtschaftlich vertretbaren Kosten zur Verfügung stehen oder die Anlage nicht hochwassersicher errichtet werden kann. Eine Heizölverbraucheranlage nach Satz 1 kann wie geplant errichtet werden, wenn das Vorhaben der zuständigen Behörde spätestens sechs Wochen vor der Errichtung mit den vollständigen Unterlagen angezeigt wird und die Behörde innerhalb einer Frist von vier Wochen nach Eingang der Anzeige weder die Errichtung untersagt noch Anforderungen an die hochwassersichere Errichtung festgesetzt hat.

(3) Heizölverbraucheranlagen, die am 5. Januar 2018 in festgesetzten oder in vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebieten vorhanden sind, sind vom Betreiber bis zum 5. Januar 2023 nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik hochwassersicher nachzurüsten. Heizölverbraucheranlagen, die am 5. Januar 2018 in Gebieten nach § 78b Absatz 1 Satz 1 vorhanden sind, sind bis zum 5. Januar 2033 nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik hochwassersicher nachzurüsten, soweit dies wirtschaftlich vertretbar ist. Sofern Heizölverbraucheranlagen wesentlich geändert werden, sind diese abweichend von den Sätzen 1 und 2 zum Änderungszeitpunkt hochwassersicher nachzurüsten.


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