Bundesverdienstkreuz für Karl-Heinz Beck

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13.03.2026

Bundesverdienstkreuz für Karl-Heinz Beck

Für sein jahrzehntelanges und außergewöhnliches Engagement im sozialen und kirchlichen Bereich ist Karl-Heinz Beck aus Euskirchen mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Landrat Markus Ramers überreichte die Auszeichnung im Sitzungssaal der Kreisverwaltung Euskirchen im Rahmen einer Feierstunde.

„Heute würdigt die Bundesrepublik Deutschland ein Leben, das sich konsequent an einem einzigen Maßstab orientiert hat: am Menschen“, sagte Landrat Ramers in seiner Laudatio. Über viele Jahrzehnte hinweg habe Karl Heinz Beck Menschen gesehen, gehört und in den Mittelpunkt gestellt – insbesondere ältere Menschen, die sich Teilhabe, Respekt und Würde auch im hohen Alter wünschen.

Karl-Heinz Beck, geboren am 17. April 1945 in Sorsum bei Hannover, war bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2010 als Diakon in der evangelischen Kirche tätig. Sein beruflicher Weg führte ihn über mehrere Stationen in der sozialen Arbeit, bevor er Anfang der 1990er-Jahre nach Euskirchen kam, um die Seniorenarbeit der evangelischen Kirchengemeinde neu zu gestalten.

Dort setzte er früh neue Impulse. Sein Ziel war es, älteren Menschen mehr gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen und ihre eigenen Ressourcen sichtbar zu machen. „Damals war Altenarbeit oft noch ein Kaffeekränzchen“, erinnert sich Karl-Heinz Beck. Ihm ging es jedoch um weit mehr als geselliges Beisammensein: Ältere Menschen sollten ihre Fähigkeiten einbringen, ihre Interessen vertreten und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Aus diesem Ansatz heraus entstanden zahlreiche Initiativen, Einrichtungen und Netzwerke, die bis heute das soziale Leben in Euskirchen prägen. 

So gründete Karl-Heinz Beck 1995 den Verein „Älter werden in Euskirchen“. Es folgten weitere wichtige Projekte wie die Mitgründung der „Euskirchener Tafel“ im Jahr 2000, die Alzheimer-Gesellschaft Kreis Euskirchen (2001) sowie das „Nest – Netzwerk für Sterbende und Trauerbegleitung“ im Jahr 2004. Darüber hinaus initiierte er das „Forum Ehrenamt“ in der Euskirchener Region sowie das Projekt „Mentor Euskirchen – Die Leselernhelfer“, das Kindern mit Leseschwierigkeiten hilft.

Auch innerhalb der Diakonie Euskirchen engagierte sich Beck über viele Jahre hinweg. Als stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins initiierte er zahlreiche Angebote für Seniorinnen und Senioren – von Filmnachmittagen über Tagesfahrten bis hin zu Studienfahrten. Dabei ging es ihm stets um mehr als Freizeitgestaltung: um Begegnung, Teilhabe und Lebensfreude im Alter. 

Ein besonderes Herzensanliegen war ihm die Begleitung von Menschen in schwierigen Lebensphasen. Mit dem Aufbau einer Gruppe von rund 40 bis 50 ehrenamtlichen Sterbebegleiterinnen und -begleitern schuf er eine Struktur, die bis heute Menschen in ihrer letzten Lebensphase und deren Angehörige unterstützt. 

„Sie haben Gemeinschaft gestiftet, wo Einsamkeit drohte. Sie haben Würde bewahrt, wo Menschen an Grenzen kamen“, würdigte Landrat Ramers das Wirken des Geehrten. Karl-Heinz Beck habe nicht weggesehen, sondern hingesehen – und nachhaltige Strukturen geschaffen, die bis heute tragen. Am Ende seiner Laudatio fand Landrat Ramers besonders persönliche Worte: „Sie haben Spuren hinterlassen – nicht in Stein, sondern in Herzen. Nicht in Aktenordnern, sondern in Erinnerungen. Sie haben mehr getan als Ihre Pflicht. Sie haben Ihre Berufung gelebt.“

Mit dem Bundesverdienstkreuz wird nun ein Lebenswerk gewürdigt, das weit über einzelne Projekte hinausreicht: das Engagement eines Menschen, der über Jahrzehnte hinweg Verantwortung übernommen und das soziale Miteinander in Euskirchen nachhaltig geprägt hat.