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Europäischer Tag des Notrufs 112

Pressemitteilungen

11.02.2026

Europäischer Tag des Notrufs 112

Ob medizinischer Notfall, Verkehrsunfall, Brand oder Hilfeersuchen in einer akuten Gefahrenlage: In der Feuer- und Rettungsleitstelle des Kreises Euskirchen laufen die Notrufe ein. Hier nehmen Disponentinnen und Disponenten die Notrufe entgegen, stellen gezielte Fragen, alarmieren die passenden Einsatzkräfte und koordinieren die Hilfe – oft parallel für mehrere Lagen gleichzeitig.

Wie vielfältig diese Arbeit ist, zeigen die Zahlen aus der Leitstelle: Rund 54.000 eingegangene Notrufe über die 112, dazu etwa 340 automatische Notrufe (eCall) aus Fahrzeugen. Insgesamt wurden rund 150.000 ein- und ausgehende Telefonate geführt. Einsatzseitig stehen u. a. ca. 30.000 Rettungsdiensteinsätze, 8.500 Krankentransporte, 1.150 Brandeinsätze, 390 ausgelöste Brandmeldeanlagen, 1.300 technische Hilfeleistungseinsätze sowie 550 ABC-/CBRN-Einsätze in der Statistik – im Schnitt ca. 115 Einsätze pro Tag.

Der 11. Februar (11.2.) steht europaweit für eine Nummer, die im Ernstfall den Unterschied macht. Die 112 gilt in der gesamten Europäischen Union als einheitliche Notrufnummer. Sie wurde 1991 als europaweite Notrufnummer eingeführt. Seit 2009 wird der 11. Februar als „European 112 Day“ begangen, um die Bekanntheit und den richtigen Gebrauch der 112 weiter zu stärken.

112 oder 116117? Die richtige Wahl entlastet – und rettet Leben

Die 112 ist die richtige Nummer für echte Notfälle – also immer dann, wenn Feuerwehr oder Rettungsdienst sofort gebraucht werden. Dazu zählen zum Beispiel akute Lebensgefahr (etwa Bewusstlosigkeit oder Atemnot), schwere Verletzungen nach einem Unfall, Brand- oder Rauchentwicklung im Gebäude, der Verdacht auf Schlaganfall oder Herzinfarkt, starke Blutungen, schwere allergische Reaktionen oder Situationen, in denen Menschen unmittelbar lebensgefährlich bedroht sind. Wichtig ist: Die 112 sollte nicht für Anliegen genutzt werden, die keinen sofortigen Einsatz erfordern – etwa, um allgemeine Auskünfte zu bekommen oder weil man unsicher ist, welche Arztpraxis dienstbereit ist.

Für dringende gesundheitliche Beschwerden, die nicht lebensbedrohlich sind, aber ärztlich abgeklärt werden sollten und nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten können, ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117 die passende Anlaufstelle – besonders abends, am Wochenende und an Feiertagen. Das betrifft zum Beispiel starke, aber nicht plötzlich lebensbedrohliche Schmerzen, hohes Fieber über längere Zeit, eine sich verschlimmernde Erkältung, eine schmerzhafte Harnwegsinfektion, anhaltendes Erbrechen oder Durchfall ohne akute Kreislaufgefahr oder Beschwerden, bei denen man zeitnah ärztlichen Rat benötigt, aber kein Rettungswagen erforderlich ist.

Barrierefrei Hilfe holen – auch ohne sprechen zu müssen

Nicht jede Notlage lässt sich am Telefon gut schildern: Manche Menschen können aufgrund einer Hör- oder Sprachbeeinträchtigung nicht oder nur eingeschränkt telefonieren. In anderen Situationen ist Sprechen nicht möglich oder nicht sicher – zum Beispiel, wenn die Umgebung extrem laut ist.

Für diese Fälle gibt es die nora Notruf-App. Sie ist die offizielle, kostenlose Notruf-App der deutschen Bundesländer und ermöglicht es, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst barrierefrei per Smartphone zu erreichen – auch ohne sprechen zu müssen. In der App können Nutzende die Art des Notfalls auswählen und Informationen über vorgegebene Abfragen übermitteln. Besonders wichtig: Die App sendet den Standort automatisch an die zuständige Einsatzleitstelle. So können Einsatzkräfte schneller und gezielter disponiert werden, auch wenn ein normales Telefonat nicht möglich ist.

Die Leitstelle des Kreises Euskirchen ist an dieses System angeschlossen und kann Nora-Notrufe entgegennehmen und bearbeiten. Wer die App nutzt, sollte sie möglichst bereits im Vorfeld installieren und einrichten, damit im Ernstfall keine Zeit verloren geht.

Wer im Ernstfall die 112 und bei nicht lebensbedrohlichen, aber dringenden Beschwerden die 116117 nutzt, sorgt dafür, dass Hilfe schnell dort ankommt, wo sie gebraucht wird und trägt zugleich dazu bei, die Leitstelle für echte Notfälle bestmöglich verfügbar zu halten.