Handwerkskammer Aachen und Kreise intensivieren Kampf gegen Schwarzarbeit

Pressemitteilungen

03.02.2026

Handwerkskammer Aachen und Kreise intensivieren Kampf gegen Schwarzarbeit

Die Handwerkskammer (HWK) Aachen verstärkt gemeinsam mit den Kreishandwerkerschaften und Ordnungsbehörden der Kreise Düren, Euskirchen, Heinsberg und der StädteRegion Aachen den Kampf gegen die Schwarzarbeit im Handwerk. „Die unberechtigte Ausübung von zulassungspflichtigen Handwerken ist vielfach das Einfallstor für weitere Gesetzesverstöße wie Steuerhinterziehung, illegale Beschäftigung oder Verstöße gegen den Mindestlohn“, betont HWK-Hauptgeschäftsführer Georg Stoffels. Beim ersten Runden Tisch gegen Schwarzarbeit wurde Ende Januar 2026 eine engere Zusammenarbeit vereinbart, um Abläufe zu vereinheitlichen, den Kontrolldruck zu erhöhen und dadurch illegaler Handwerksausübung das Handwerk zu legen. 

„Nach Expertenschätzungen arbeiten in Deutschland rund 3,3 Millionen Menschen schwarz. Der volkswirtschaftliche Schaden wird auf etwa 500 Milliarden Euro pro Jahr beziffert – rund zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts“, führt Stoffels aus. Der dadurch verursachte Steuerschaden liege bei etwa 54 Milliarden Euro. „Ohne Schwarzarbeit wäre Deutschland vermutlich schuldenfrei, wir müssten keine Debatten über die langfristige Tragfähigkeit unserer Rentensysteme führen und sämtliche Berufsschulen wären modernisiert“, verdeutlicht Stoffels die Dimensionen. Nach Angaben der Sozialkasse Bauwirtschaft (SOKA-Bau) nimmt die Bauwirtschaft über alle Branchen hinweg den Spitzenplatz ein. Der Anteil der Schwarzarbeit wird im Bauhauptgewerbe auf bis zu einem Drittel der geleisteten Arbeitsstunden geschätzt.

Illegale Beschäftigung schadet allen

„Schwarzarbeit gefährdet die Existenz ehrlicher Betriebe, verzerrt den Wettbewerb und untergräbt Vertrauen in faire Marktbedingungen. Beschäftigte, die ohne Anmeldung arbeiten, verlieren zudem Rentenansprüche, Versicherungsschutz und arbeitsrechtliche Sicherheit“, so Stoffels weiter. Ehrliche Handwerksbetriebe dürften nicht die Leidtragenden illegaler Praktiken sein. 

Anders als vielfach angenommen, sind nicht die Handwerkskammer oder die Kreishandwerkerschaften für die Verfolgung von unberechtigter Handwerksausübung zuständig, sondern die Kreisordnungsämter. „Damit diese effizient ihrer wirtschaftlich und gesellschaftlich wichtigen Arbeit nachkommen können, brauchen sie mehr Personal, um ihre umfangreichen rechtlichen Möglichkeiten auch durchsetzen zu können“, fordert der HWK-Hauptgeschäftsführer und betont dabei: „Was im ersten Moment nach zusätzlichen Kosten klingt, ist aufgrund der erwartbaren Bußgelder für Schwarzarbeit und die zusätzlichen Steuereinnahmen alles andere als ein Minusgeschäft für die Landkreise.“ 

„Als erfolgreich hat sich der gezielte Einsatz des Personals des Kreisordnungsamtes bei gemeinsamen Kontrollen mit den Ordnungsämtern der Kommunen, der Ausländerbehörde des Kreises und der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls erwiesen“, berichtet die Geschäftsbereichsleiterin für den Bereich Zentrales, Ordnung und Gefahrenabwehr des Kreises Euskirchen, Julia Baron.

Die Handwerkskammer Aachen gibt jede Meldung zur Schwarzarbeit an die zuständigen Ordnungsbehörden weiter und unterstützt diese umfangreich mit den nötigen Informationen. Durch gemeinsame Schulungen und abgestimmte Prozesse sollen die Schwarzarbeitsverfahren künftig schneller zum Abschluss gebracht werden. Außerdem ist eine Erweiterung des Runden Tisches um weitere Behörden, zum Beispiel die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls, geplant. 

Verdachtsfälle können gemeldet werden: info@hwk-aachen.de