Asiatische Hornisse: Königinnen sind im Anflug

Pressemitteilungen

23.04.2026

Asiatische Hornisse: Königinnen sind im Anflug

Die Asiatische Hornisse stellt als invasive Art eine zunehmende Herausforderung für die heimische Insektenwelt dar. Auch im Kreis Euskirchen ist die Art inzwischen heimisch. Nach Angaben der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Euskirchen konnten im vergangenen Jahr 65 Nester dieser Hornissenart entfernt werden. Mit dem Frühjahr beginnt nun erneut die aktive Phase der Asiatischen Hornisse. 

„Die überwinterten Jungköniginnen starten derzeit mit dem Nestbau und legen damit den Grundstein für die Entwicklung neuer Völker. Erste aktuelle Zahlen zeigen bereits eine deutliche Zunahme früher Nestfunde im Vergleich zum Vorjahr“, sagt Verena Schüller von der UNB.  Die Behörde weist darauf hin, dass gerade jetzt die entscheidende Zeit für eine wirksame Eindämmung der invasiven Art ist und ruft die Bevölkerung zur Unterstützung bei der Meldung von Sichtungen auf.

Mit den steigenden Temperaturen im Frühjahr erwachen die Jungköniginnen der Asiatischen Hornisse aus ihrer Winterstarre. Aktuell beginnen sie mit der Suche nach geeigneten Neststandorten sowie dem Bau sogenannter Embryonalnester. Diese sind zunächst nur etwa tennisballgroß und entstehen bevorzugt in geschützten Bereichen an oder in Gebäuden – etwa unter Terrassendächern, an Gartenhäusern oder in Hecken und Sträuchern. In diesen frühen Nestern legt die Königin ihre Eier ab; die schlüpfenden Arbeiterinnen übernehmen anschließend den weiteren Ausbau.

„Gerade diese Phase der Embryonalnester stellt den günstigsten Zeitpunkt für Gegenmaßnahmen dar“, betont Verena Schüller.  Die Nester seien zu diesem Zeitpunkt noch klein, gut erreichbar und vergleichsweise unkompliziert sowie kostengünstig zu entfernen. Im weiteren Jahresverlauf wachsen sie zunächst zu handballgroßen Primärnestern heran. Später erfolgt ein Umzug in hochgelegene, deutlich größere Sekundärnester in Baumkronen, die schwer zu entdecken und oft nur mit großem Aufwand oder gar nicht mehr zu beseitigen sind.

81 Nest-Funde in 2025

Ein Blick auf das vergangene Jahr zeigt die zunehmende Verbreitung der Art im Kreisgebiet: Im Jahr 2025 wurden mehr als 200 verifizierte Meldungen der Asiatischen Hornisse an die Untere Naturschutzbehörde gemeldet, darunter 81 Nestfunde. Insgesamt konnten 65 dieser Nester erfolgreich entfernt werden. Die übrigen 16 Nester waren aufgrund ihrer Lage – beispielsweise unter Hausfassaden – nicht zugänglich oder wurden erst spät im Jahr entdeckt. Besonders betroffen war der nördliche Teil des Kreisgebietes. 

Bereits im Frühjahr 2026 wurden mit Stand vom 22. April acht Embryonalnester im Kreis Euskirchen gemeldet und entfernt. Die Funde konzentrieren sich erneut auf Euskirchen und Mechernich. Darüber hinaus wurden bereits 20 Königinnen gesichtet, deren Nester bislang noch nicht lokalisiert werden konnten. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2025 wurden lediglich fünf Embryonalnester gemeldet.

Auch wenn die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse nicht mehr vollständig aufgehalten werden kann, trägt die enge Zusammenarbeit zwischen der Unteren Naturschutzbehörde, der Imkerschaft und der Bevölkerung maßgeblich dazu bei, die Population zu kontrollieren und den Druck auf heimische Insekten sowie die Biodiversität zu verringern. Der Kreis Euskirchen wird daher auch im Jahr 2026 die Entfernung von Nestern weiterhin konsequent durchführen.

Warum wird die Asiatische Hornisse bekämpft?

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist eine invasive Art, die hier keine natürlichen Feinde hat und sich deshalb schnell ausbreiten kann. Ihr Hauptproblem: Sie ist ein sehr effizienter Jäger – und hat es besonders auf andere Insekten abgesehen, u.a. Bienen, Fliegen und Schmetterlinge. Damit hat die Art massive Auswirkungen auf Biodiversität und Ökosystem. 

Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, Sichtungen der Asiatischen Hornisse möglichst mit Foto zu dokumentieren und entweder über das Neobiota-Portal des LANUK oder per E-Mail an die Untere Naturschutzbehörde zu melden: verena.schueller@kreis-euskirchen.de Wichtig: Bei Nestfunden wird dringend davon abgeraten, eigenständig Maßnahmen zu ergreifen. Die Tiere verteidigen ihr Nest aktiv und verfügen über einen kräftigen Stachel, der sogar Imkeranzüge durchdringen kann. Abseits ihres Nestes zeigen sich die Hornissen hingegen in der Regel friedlich und defensiv.

Weitere Informationen zur Asiatischen Hornisse finden Interessierte auf der Website des Kreises Euskirchen oder am Stand der Unteren Naturschutzbehörde auf der vom NABU organisierten Pflanzenbörse am Samstag, 2. Mai 2026, in Zülpich.