Die Wanderausstellung „MemoriAHR – Die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 – Erinnerungen für die Zukunft“ ist aktuell im Kreishaus Euskirchen zu sehen. Noch bis zum 28. August 2026 können Besucherinnen und Besucher die Ausstellung während der üblichen Öffnungszeiten des Kreishauses besichtigen.
Vor wenigen Wochen wurde am 5. Jahrestag der Flut im Kreis Euskirchen, im Ahrtal und andernorts in NRW und Rheinland-Pfalz der Opfer gedacht. Unter anderem war dabei auch eine Ausstellung im Kreishaus zu sehen, die unter der Regie des Kölner Fotografen Joachim Rieger den Fokus auf Erft, Urft und Olef nahm – also auf die Auswirkungen der Flut auf den Kreis Euskirchen. Die neue Ausstellung im Kreishaus weitet nun den Blick und richtet sich auf das benachbarte Ahrtal.
Die Ausstellung ist Teil des Projektes „Weg der Erinnerung für die Zukunft“. Dieser führt von der Ahrquelle bis zur Mündung der Ahr in den Rhein durch die von der Flut betroffenen Orte. Insgesamt 35 Stelen im Ahrtal sowie eine weitere Stele in der Landeshauptstadt Mainz erinnern an die Flutkatastrophe vom 14. und 15. Juli 2021. Die Informationstafeln beschäftigen sich mit dem Flutgeschehen, der Krisenbewältigung, der großen Solidarität nach der Katastrophe sowie mit Wiederaufbau und Zukunftsperspektiven.
Die Wanderausstellung, die jetzt in Euskirchen zu sehen ist, zeigt eine Auswahl der Informationstafeln des Stelenweges und lässt Menschen aus den betroffenen Orten selbst zu Wort kommen. Die Texte wurden von Mitgliedern der Bürgerinitiative sowie zahlreichen ehrenamtlichen Unterstützerinnen und Unterstützern aus der betroffenen Bevölkerung verfasst. Ergänzt werden sie durch Fotos und persönliche Erinnerungen.
Auch der Kreis Euskirchen ist mit dem Projekt verbunden: Die Gemeinde Blankenheim, deren Gebiet ebenfalls zum Einzugsbereich der Ahr gehört und 2021 schwer von der Flut getroffen wurde, hat sich an der Umsetzung des Stelenprojektes beteiligt.
„Die Flutkatastrophe hat sich tief in das Gedächtnis unserer Region eingebrannt, sowohl im Kreis Euskirchen wie auch im Ahrtal“, sagt Landrat Markus Ramers. „Die aktuelle Ausstellung im Kreishaus gibt den Menschen, die diese Nacht und die Zeit danach im Ahrtal erlebt haben, eine Stimme. Gleichzeitig erinnert sie uns daran, wie wichtig Vorsorge, Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe sind. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, die Erfahrungen aus dem Juli 2021 zu bewahren und daraus für die Zukunft zu lernen.“
Hinter dem „Weg der Erinnerung für die Zukunft“ steht eine 31-köpfige Bürgerinitiative. Initiiert wurde das Projekt von der Ethnologin Annette Holzapfel aus Remagen. Neben dem Stelenweg und der Wanderausstellung entstand eine umfangreiche virtuelle Ausstellung mit Erlebnisberichten, thematischen Texten und Zeitzeugenvideos.
Die Wanderausstellung möchte nicht nur an Zerstörung, Leid und die Opfer der Flutkatastrophe erinnern. Sie soll auch dafür sensibilisieren, dass Hochwasser und Überschwemmungen ebenso in anderen Flusstälern auftreten können und eine gute Vorbereitung auf zukünftige Naturkatastrophen von großer Bedeutung ist. Zugleich hält sie das außergewöhnliche zivilgesellschaftliche Engagement fest, das nach der Flut weit über die Region hinaus spürbar war.
Die Ausstellung „MemoriAHR“ ist bis einschließlich 28. August 2026 während der üblichen Öffnungszeiten im Kreishaus Euskirchen zu sehen.
FOTO: Nach dem Landtag in Mainz ist die Ausstellung zur Flutkatastrophe im Ahrtal bis zum 28. August im Euskirchener Kreishaus zu sehen. Foto: W. Andres / Kreis Euskirchen
