Vorsorge für länger anhaltenden Stromausfall

Pressemitteilungen

14.01.2026

Vorsorge für länger anhaltenden Stromausfall

Ein großflächiger Stromausfall ist in Deutschland selten. Dennoch hat der Stromausfall im Berliner Südwesten Anfang Januar vielen Menschen sehr konkret vor Augen geführt, wie schnell Alltag, Kommunikation und Versorgung ins Stocken geraten können.

Der Kreis Euskirchen nimmt dieses aktuelle Ereignis zum Anlass, die Bevölkerung zu sensibilisieren. Denn bereits eine gute Vorsorge zu Hause hilft, die ersten Stunden und Tage eines länger anhaltenden Stromausfalls sicher zu überbrücken.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) beschreibt die Stromversorgung in Deutschland als sehr stabil; Ausfälle dauern im Durchschnitt meist nur wenige Minuten. Gleichzeitig weist das BBK darauf hin, dass auch in Deutschland längere Stromausfälle möglich sein können – etwa durch Unwetter, technische Störungen oder andere Schadenslagen.

Ein länger andauernder Stromausfall hat schnell spürbare Folgen für Alltag und Versorgung: Viele Geräte und Anlagen funktionieren nicht mehr, Einkaufen kann wegen ausgefallener Kassen und Türen schwierig werden und Geldautomaten geben kein Bargeld aus. Zuhause fallen häufig Licht und Heizung aus, Internet, TV und teils auch Radios sind nicht nutzbar, und Kühl- sowie Gefrierschränke tauen ab – Lebensmittel können verderben. Besonders kritisch sind die Kommunikationsnetze: Festnetz und Mobilfunk können ausfallen oder überlastet sein.

Um auch dann Hilfe zu ermöglichen, wenn Kommunikationsnetze ausfallen und Notrufe nicht mehr zuverlässig abgesetzt werden können, hat der Kreis Euskirchen flächendeckend Notfallmeldestellen eingerichtet. Diese befinden sich in der Regel an den Feuerwehrgerätehäusern in der jeweiligen Kommune und sind durch eine orangefarbene Plakette mit einem blauen Dreieck gut erkennbar gekennzeichnet. Diese werden durch Einsatzkräfte der Feuerwehren besetzt, wenn der Notruf großflächig ausfällt. Dort finden Bürgerinnen und Bürger Ansprechpersonen, können Notfälle melden oder Ersten Hilfe in Anspruch nehmen.

Der Kreis Euskirchen hat bereits 2023 alle Haushalte mit einer Broschüre darüber informiert, wo im Ernstfall die jeweils nächstgelegene Notfallmeldestelle aufgesucht werden kann. In der Broschüre wird zudem erläutert, dass die Notfallmeldestellen in der Regel energieautark betrieben werden und damit auch bei einem größeren Stromausfall funktionsfähig bleiben. Aktuelle Informationen zu Standorten und zur nächstgelegenen Notfallmeldestelle sind online abrufbar.

Bei flächendeckenden Störungen sind verlässliche, offizielle Informationen besonders wichtig. Der Kreis Euskirchen empfiehlt daher, die Warn-Apps KATWARN und NINA zu nutzen und sich zusätzlich über Radio, die behördlichen Internetseiten sowie die Social-Media-Kanäle des Kreises und der Städte und Gemeinden – ebenso wie über lokale Medien – auf dem Laufenden zu halten.

Das BBK empfiehlt außerdem, die eigene Vorsorge so auszurichten, dass ein Haushalt im Ernstfall einige Tage ohne Hilfe von außen auskommen kann. Dazu gehört, ausreichend Wasser, haltbare Lebensmittel und Hygieneartikel bereitzuhalten. Für Licht sollten Taschen- oder Campinglampen samt Ersatzbatterien vorhanden sein; Kerzen sind wegen der Brandgefahr nur mit großer Vorsicht zu nutzen. Auch an Wärme ist zu denken – etwa durch warme Kleidung, Decken oder Schlafsäcke, da Heizungen ausfallen können. Wer kochen möchte, sollte eine Möglichkeit ohne Strom einplanen, zum Beispiel einen Campingkocher. Wichtig ist außerdem ein Batterie- oder Kurbelradio, um Informationen empfangen zu können, sowie ein kleiner Vorrat an Bargeld, da Geldautomaten und Kartenzahlung ausfallen können. Da die Kühlung nicht mehr zuverlässig funktioniert, sollten Bürgerinnen und Bürger die Kühlkette im Blick behalten und Kühlschrank sowie Gefriertruhe möglichst geschlossen halten. Telefonate sollten auf das Notwendige beschränkt werden. Wer pflegebedürftige Angehörige betreut oder auf medizinische Geräte angewiesen ist, sollte zudem frühzeitig klären, wie die Versorgung bei einem Stromausfall abgesichert werden kann. Weitere Tipps gibt es auf der Website des BBK.

Insgesamt ist Vorsorge eine Gemeinschaftsaufgabe: Wer vorbereitet ist und nachbarschaftlich unterstützt, trägt dazu bei, eine Ausnahmesituation besser zu bewältigen. Der Kreis Euskirchen bittet daher alle Bürgerinnen und Bürger, die eigene Vorsorge zu prüfen und dabei besonders an Menschen zu denken, die im Alltag stärker auf Hilfe angewiesen sind – etwa ältere oder hilfsbedürftige Personen sowie Nachbarinnen und Nachbarn, die Unterstützung benötigen. So kann die Zeit bis zur Wiederherstellung der Stromversorgung sicherer und ruhiger überbrückt werden.