Kreisweiter Glasfaserausbau nimmt Fahrt auf

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16.07.2026

Kreisweiter Glasfaserausbau nimmt Fahrt auf

Mit einem symbolischen Spatenstich in Schleiden-Wolfgarten ist heute ein Projekt zum geförderten Glasfaserausbau im Kreis Euskirchen offiziell gestartet worden. Bis Ende 2028 sollen in zehn kreisangehörigen Kommunen insgesamt 17.680 bislang unterversorgte Adressen mit leistungsfähigen Glasfaseranschlüssen erschlossen werden. Das Ausbauprojekt umfasst kreisweit eine Trassenlänge von rund 413 Kilometern. 

Der tatsächliche Baustart erfolgte bereits am 1. Juni 2026 in Wolfgarten. Die Stadt Schleiden bildet mit 1.560 förderfähigen Adressen das erste von insgesamt zehn Ausbauclustern. In Abständen von jeweils etwa ein bis zwei Monaten sollen die Arbeiten anschließend auch in Mechernich, Bad Münstereifel, Hellenthal, Blankenheim, Kall, Zülpich, Nettersheim, Dahlem und Euskirchen beginnen. Die parallele Umsetzung in mehreren Kommunen ist notwendig, um das umfangreiche Gesamtprojekt bis Ende 2028 fertigzustellen.

„Eine leistungsfähige digitale Infrastruktur gehört heute genauso zur Daseinsvorsorge wie gute Straßen, Schulen oder eine verlässliche Energieversorgung“, betont Landrat Markus Ramers.  „Mit diesem Projekt schaffen wir gerade dort Zukunftsperspektiven, wo ein eigenwirtschaftlicher Ausbau von Netzbetreibern bislang aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich war. Die neuen Glasfaseranschlüsse stärken unsere Städte und Gemeinden als Wohnorte und Wirtschaftsstandorte und sorgen dafür, dass auch ländlich geprägte Gebiete dauerhaft digital gut angebunden sind.“

Der Kreis Euskirchen setzt das Projekt gemeinsam mit zehn der elf kreisangehörigen Kommunen um. Er vertritt die beteiligten Städte und Gemeinden als gebündelter Antragsteller, koordiniert die Förderverfahren und übernimmt die Projektbegleitung und -abwicklung. Die Gemeinde Weilerswist nimmt nicht am Förderprojekt teil, da dort durch angekündigte eigenwirtschaftliche Ausbauvorhaben perspektivisch von einer nahezu vollständigen Versorgung ausgegangen wird. 

Nach einem umfangreichen Markterkundungs- und Vergabeverfahren erhielt die GlasfaserPlus GmbH den Zuschlag für den Ausbau. Der Netzbetreiber aus Köln ist eine eigenständige Firma, mit je 50 % Anteil der Telekom und des australischen Fond IFM (Investment Fund Management) und übernimmt den Netzausbau und den Netzbetrieb. 

„Ein Vorhaben dieser Größenordnung lässt sich nur gemeinsam bewältigen. Der Kreis, die beteiligten Kommunen, die Fördermittelgeber und die ausführenden Unternehmen arbeiten hier eng zusammen“, erklärt Achim Blindert, Allgemeiner Vertreter des Landrats. „Diese interkommunale Kooperation ermöglicht es uns, Fördermittel effizient einzusetzen und fast 18.000 Adressen in einem zusammenhängenden Projekt zu erschließen. Der Spatenstich in Wolfgarten ist deshalb nicht nur ein wichtiger Moment für Schleiden, sondern der Startschuss für den Ausbau im gesamten Kreisgebiet.“ 

Die Gesamtkosten für den geförderten Gigabitausbau belaufen sich auf mehr als 61 Millionen Euro. Der Bund übernimmt 50 Prozent der förderfähigen Kosten. Das Land Nordrhein-Westfalen beteiligt sich im Rahmen der Kofinanzierung mit 40 Prozent bei finanzschwachen Kommunen und mit 30 Prozent bei den übrigen Kommunen. Der verbleibende kommunale Eigenanteil liegt damit bei 10 beziehungsweise 20 Prozent.

Ausgebaut wird ausschließlich mit Glasfaser bis in die Gebäude, dem sogenannten FTTH-Verfahren – „Fiber to the Home“. Dabei endet die Glasfaserleitung nicht am Verteilerkasten im Straßenraum, sondern wird direkt bis in das jeweilige Gebäude geführt. Auf diese Weise sind hohe und langfristig leistungsfähige Übertragungsraten möglich. Alle förderfähigen Adressen erhalten die Möglichkeit eines kostenfreien Glasfaseranschlusses bis in das Gebäude. Die jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümer werden vom Kreis Euskirchen angeschrieben und können anschließend ihre Zustimmung zum Hausanschluss online bei der Telekom erteilen.

 

Weitere Informationen:  www.kreis-euskirchen.de